Das »pull-back«

Glossar


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Kommt es in einem vorhandenen Trend zu einer Gegenbewegung an eine vorherige Unterstützungs- oder Widerstandslinie spricht man von einem so genannten »pull-back« oder »Rücksetzer«. Diese Bewegung ist einer »bull-flag« Lexikon (einer Abwärtskorrektur im Aufwärtstrend) oder einer »bear-flag« Lexikon (einer Aufwärtskorrektur im Abwärtstrend) sehr ähnlich.

Im Unterschied zu einer »bull-flag« Lexikon oder »bear-flag« Lexikon, die grundsätzlich an beliebigen Stellen im Chart Lexikon auftauchen können, ist das signifikante Kursniveau in der Nähe des pull-back von entscheidender Bedeutung, da diese Unterstützungs- bzw. Widerstandslinie sehr häufig nicht nur als Kursziel, sondern auch als Wendepunkt dient.

Typischer Aufbau eines »pull-back«


Das pull-back
Das pull-back
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Der Chart Lexikon zeigt den typischen Aufbau eines »pull-back« nach einer Top-Formation. Zunächst stieg der Kurs von rund 126,50% auf rund 139,00% an. Es bildete sich knapp unter dem 23,6% Retracement Lexikon zwischen rund 135,00% und rund 136,00% eine Unterstützungszone heraus, die zunächst auch über einen Zeitraum von rund einem Monat Bestand hatte. Anfang Oktober erfolgte dann ein Einbruch an das 50,0% Retracement Lexikon bei rund 133,00% und die Top-Bildung wurde bestätigt. Mitte Oktober sehen wir dann die Ausbildung einer Aufwärtskorrektur an die vorherige Unterstützungslinie. Das »pull-back« hat sich ausgebildet. Ob sich nun eine »bear-flag« Lexikon ausbildet, und wir wieder fallende Kurse sehen, oder ob die Bullen einen Bruch der neuen Widerstandszone um die 135,50% erzwingen können, ist jedoch noch nicht entschieden.

Warum entsteht ein »pull-back«?

Betrachten wir die Situation der Marktteilnehmer am Punkt -1- des Charts: die Bullen haben ein Problem, da der Kurs durch die Unterstützung bricht und sie möglicherweise plötzlich auf Buchverlusten sitzen (sofern sie nicht verkaufen). Die Bären eröffnen ihre Short-Positionen und die »Neutralen« haben keine Position offen und warten ab.

Am Punkt -2- könnten die »Neutralen« z.B. einsteigen, weil das Niveau günstig für eine Long-Position erscheint (z.B. durch die Nähe des 50,0% Retracement). Die Bullen könnten mit Verlust verkaufen oder abwarten. Bären könnten Gewinne realisieren oder abwarten. Schlussendlich übernehmen aber die Optimisten den Markt und der Kurs steigt.

Am Punkt -3- wird es interessant: Die »alten« Bullen von Punkt -1-, die noch immer auf Verlusten sitzen, könnten verkaufen um mit geringeren Verlusten als im Punkt -2- aus dem Markt zu kommen. Die Bullen, die bei Punkt -2- eingestiegen sind, wollen durch die Nähe zum 23,6% Retracement Lexikon ihre Gewinne realisieren. Die Bären von Punkt -1- könnten verkaufen, weil ihre bereits gut gelaufenen Short-Positionen sonst in´s Minus laufen. Die bisher »Neutralen« könnten nun das Zünglein an der Waage darstellen: steigen sie in Short-Positionen ein, weil sie den Widerstand sehen? Oder kaufen sie Long-Positionen, weil sie der Meinung sind, die Korrektur war tief genug? In den meisten Fällen werden die Bullen ihre Long-Positionen mit geringem Verlust glattstellen, die Bären werden auf sinkende Kurse hoffen, damit ihre Short-Positionen wieder in den Gewinn laufen und die »Neutralen« sehe wohl eher den Widerstand als Einstiegssignal in eine »Short-Position«. Es ist also relativ wahrscheinlich, dass das »pull-back« beendet wird und sich in eine »bear-flag« Lexikon verwandelt.

Älteste bekannte Version der Seite: 19.06.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 21.08.2017

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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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