Fundamentale Kennzahlen

Diese muss jeder Investor kennen!


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Ganz blauäugig und ohne weiteres Wissen sollte möglichst nicht investiert werden, da sonst ein hohes Risiko einer Fehlinvestition vorhanden ist. Gewisse Kennzahlen einordnen zu können ist daher für Investoren sehr wichtig, damit eine Investition mit hohem Potenzial getätigt wird. Doch selbst bei den gängigen Kennzahlen, die Investoren kennen sollten, gibt es noch verschiedene Ausprägungen.

Mann mit Tablet

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Das KGV, also das Kurs-Gewinn-Verhältnis, gehört mit zu den fundamentalen Kennzahlen und kann bei richtiger Betrachtung vor einer Fehlinvestition schützen. Noch exakter und damit eher einzubeziehen ist aber das Shiller KGV, welches in verschiedenen Varianten vorhanden ist. Ein Blick auf einen inflationsbereinigten Kurs kann vor dem Aktienkauf bereits für einen Unterschied sorgen.
Nach Möglichkeit sollte jeder Investor die wichtigsten Kennzahlen nicht nur kennen, sondern auch einschätzen und vergleichen können. Dadurch wird eine Investition sicherer und zeitgleich profitabler.

Von KGV bis hin zur Marktkapitalisierung – Kennzahlen im Detail

Tatsächlich gibt es vor dem Kauf von Wertpapieren eine Vielzahl von Begriffen, die der Investor möglichst kennen sollte. In einem umfassenden Börsenlexikon werden wichtige Begriffe und Abkürzungen, zu denen auch das KGV gehört, kurz und bündig erklärt. An dieser Stelle sollen einmal die wichtigsten Kennzahlen zusammengefasst werden, die jeder Investor vor dem Wertpapierkauf kennen sollte. Ohne diese Kennzahlen ist es kaum möglich, als Laie ein Unternehmen wirklich zu bewerten und damit zu entscheiden, ob eine Investition in diesem Fall lohnenswert ist – oder eher nicht.

Folgende 5 Kennzahlen sollten Investoren kennen:

1. KGV – Das Kurs-Gewinn-Verhältnis
Beim KGV wird das Verhältnis von dem aktuellen Aktienkurs zum Gewinn des Unternehmens angezeigt. Die sehr wichtige Kennzahl sollte vor einer Investition immer beachtet werden. Grundsätzlich gilt ein Wert von weniger als 10 als günstig. Berechnet wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis indem zuerst der erwartete Gewinn eines Unternehmens des aktuellen Jahres durch die Anzahl der Aktien geteilt wird. Teile den aktuellen Aktienkurs durch diese so entstandene Zahl, damit sich der KGV ergibt.

2. Marktkapitalisierung
Eine sehr wichtige Kennzahl, die zur Berechnung von weiteren Zahlen benötigt wird, ist die Marktkapitalisierung. Hierfür wird der aktuelle Aktienkurs mit der gesamten Anzahl der vorhandenen Aktien multipliziert. Es handelt sich um den Börsenwert eines Unternehmens zum aktuellen Zeitpunkt – niedrige Werte können eine Gefahr bergen, dass das Unternehmen insolvent geht.

3. Dividendenrendite
Interessant ist diese Kennzahl nur für Unternehmen, die tatsächlich Dividenden für ihre Aktionäre ausschütten. Eine solche Gewinnbeteiligung ist zwar äußerst beliebt, jedoch nicht verpflichtend. Für die Berechnung der Dividendenrendite wird die geplante (oder schon ausgeschüttete) Dividende durch den Aktienkurs geteilt, den das Unternehmen hat. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert und meint am Ende einen prozentualen Wert, der einer Verzinsung oder eben Rendite einer Aktie gleichgesetzt werden kann. Dieser Wert ist sehr viel aussagekräftiger als eine Zahl in einer Währung, da eine höhere Verzinsung am Ende immer eher anzustreben ist.

4. KUV – Das Kurs-Umsatz-Verhältnis
Beim KBV wird der Kurs im Verhältnis zum Umsatz gesetzt. Die Marktkapitalisierung wird durch den Umsatz geteilt, den ein Unternehmen tatsächlich (oder voraussichtlich) aufweist. Hohe Werte sprechen für teure Unternehmen. Diese Kennzahl ist interessant für junge Unternehmen, die aufgrund ihrer Startphase vielleicht bisher noch keine Gewinne, sondern nur Umsätze erzielt haben.

5. KBV – Das Kurs-Buch-Verhältnis
Hierbei wird die zuvor erklärte Marktkapitalisierung des Unternehmens durch das vorhandene Eigenkapital geteilt. Auf diese Weise zeigt sich das Verhältnis des aktuellen Kurses mit dem Buchwert. Eine Zahl von 1 bildet hier exakt die Realität ab, ohne eine Über- oder Unterbewertung. Liegt der Wert über 1 ist das Unternehmen zu hoch bewertet worden, bei einem Wert von weniger als 1 lohnt sich oft eine Investition.

Die Bedeutung der Kennzahlen vor der Investition

Nur weil die vorgestellten fünf Kennzahlen jetzt ein Begriff sind, muss deshalb noch nicht klar sein, wie diese Werte im besten Fall ausfallen sollten. Bei der Marktkapitalisierung sind höhere Werte besser, da diese auf ein stabileres Unternehmen hinweist, welches nicht zu den kleinsten gehört. Eine hohe Dividendenrendite ist immer ein gutes Zeichen, jedoch vor allem dann, wenn diese stetig steigt und möglichst jährlich vom Unternehmen erhöht wird. Selbst leichte Steigerungen sind hier schon ein wichtiges Zeichen.
Werte wie das KGV, der und der sollten eher niedrig sein, da hohe Werte von zu teuren oder überbewerteten Unternehmen sprechen können. Neben diesen fünf immer vorgestellten Kennzahlen sollten nicht zuletzt noch die Branche, der Umsatz und der Gewinn sowie das Potenzial für die nähere Zukunft betrachtet werden. Auf diese Weise ist eine recht umfassende Bewertung aller Faktoren möglich und das Unternehmen wird mit ganz anderen Augen als zuvor gesehen.
Zusätzlich zu den Kenntnissen rund um die wichtigsten Kennzahlen schadet es nicht, sich auch mit aktuellen Bewegungen, Trends und Chancen zu beschäftigen. Selbst in Krisenzeiten gibt es immer wieder gute Hinweise für Anleger, die für sehr lukrative Investitionen sorgen können.

Durch umfassende Recherche vor Fehlkäufen bewahrt werden

Ein sehr hoher Aktienkurs muss bei einem Unternehmen nicht mit einem lukrativen Geschäft gleichgesetzt werden. Es kann sich auch um eine Spekulationsblase handeln, die irgendwann platzt oder um ein zu stark bewertetes Unternehmen, welches in Wahrheit weniger Potenzial mit sich bringt. Es ist daher nicht empfehlenswert, sich von trügerischen Zahlen leiten zu lassen. Das ist unter anderem auch Angestellten im Bereich der Buchhaltung oder gar im Controlling eines Unternehmens klar.
Erst eine sehr umfassende Recherche mit einem geübten Blick auf einige Zahlen kann Aufschluss darüber geben, ob in dieses Unternehmen tatsächlich investiert werden sollte oder nicht. Fehlkäufe können auch bei Wertpapieren sehr schnell passieren, wenn solche Zahlen nicht beachtet werden. Ein reiner Blick auf den Schein nach außen ist daher für die Investition in ein Unternehmen nicht empfehlenswert, damit kein Fehlkauf getätigt wird.
Mit den zuvor genannten fundamentalen Kennzahlen ist die Lage schon etwas anders, da mit diesen tatsächlich eine recht umfassende Bewertung des Unternehmens möglich ist. Ein Restrisiko bleibt bei jeder Investition bestehen, welches sich auch nie ganz ausschließen lässt. Doch ein kleiner Nervenkitzel kann es schließlich auch interessanter machen.
Ein Börsencrash kann natürlich immer eintreten und ist von den genannten Kennzahlen ganz unabhängig. Doch zumindest besteht Experten zufolge die Möglichkeit, aus den großen Börsencrashs der letzten Jahre zu lernen. Dadurch steigt die Sicherheit vor einer Investition ebenfalls wieder an.

Älteste bekannte Version der Seite: 07.11.2020
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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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