Fiat-Geld / Fiat-Money

Glossar


fiat-geld, kaufkraftverlust, kreditgeld, zahlungsmittel, inflationsrate

Hinter dem Begriff Fiat-Geld (oft auch Fiat-Money genannt) verbirgt sich »Geld«, bei dem von Seiten des Emittenten keinerlei Einlöseverpflichtung besteht. Die Akzeptanz wird z.B. durch gesetzliche Vorschriften erreicht und gewährleistet. Beispiele für Fiat-Geld in der heutigen Zeit ist Zentralbankgeld wie der Euro oder der US-Dollar. Neu dazugekommen sind so genannte Kryptowährungen wie der Bitcoin, bei dem ebenfalls kein realer Tauschwert existiert. Das Gegenteil von Fiat-Geld ist Warengeld, bei dem durch die Seltenheit der Ware ein innerer Tauschwert vorhanden ist der unabhängig von der Währung existiert (ein Beispiel wäre eine durch Gold gedeckte Währung).

Was bedeutet Fiat-Geld oder Fiat-Money

Seinen Ursprung hat der Begriff Fiat-Geld im Lateinischen (von fiat »es werde«). Fiat-Geld entsteht auf Beschluss eines gesetzgebenden Organs eines Staates (z.B. USA) oder eines Staatenbundes (EU). Von einer Fiat-Währung ist die Rede, wenn das Fiat-Geld als Währung verwendet wird. Man darf in diesem Zusammenhang jedoch nicht »Fiat-Geld« und »Kreditgeld« gleichsetzen, obwohl das Kreditgeld lediglich eine spezielle Form des Fiat-Geldes ist. Jedes Fiat-Geld, ganz gleich in welcher Form es vorliegt, besitzt keinen eigenen materiellen Wert und unterscheidet sich damit grundlegend von einer Währung, die z.B. durch Gold gedeckt ist. Gold hätte hier auch unabhängig von der Währung einen eigenen Wert.

Fiat-Geld als Zahlungsmittel

Das Fiat-Geld zeichnet sich durch eine gesetzliche Verpflichtung aus, die besagt, dass es als Zahlungsmittel akzeptiert werden muss. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Geldfunktionen (Sparmittel-, Tauschmittel und Wertmessfunktion) erfüllt werden oder nicht. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die gesetzliche Festlegung als Zahlungsmittel nicht unbedingt dazu führen muss, dass es auch die Eigenschaften von Geld inne hat.

Da Fiat-Geld im Prinzip eine Geldschöpfung in beliebiger Höhe gestattet, ermöglicht es der Zentralbank eine hohe Flexibilität, was die Geldpolitik angeht. Allerdings birgt es zugleich jedoch auch die Gefahr einer Inflation, da es sich in unbegrenzter Menge vermehren lässt. Infolgedessen ist es bereits in einigen Ländern mit Fiat-Geld zu Finanzkrisen und zur Hyperinflation gekommen.

Die ehemalige D-Mark zählte zu den wenigen Fiat-Währungen, bei denen der Kaufkraftverlust relativ gering war. Demzufolge betrug der Kaufkraftverlust im Zeitraum von 1948 bis 1999 gerade einmal ein Viertel, während sich die jährliche Inflationsrate hierzulande im selben Zeitraum auf etwa drei Prozent belief.


Dieser Artikel wurde von Manuela Schneider für ChartTec.de erstellt.

Älteste bekannte Version der Seite: 19.06.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 30.11.2018



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