inverse Schulter-Kopf-Schulter

schematischer Aufbau und Kursziel


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Die »inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation« ist sicher eine der bekanntesten und auch sichersten Formationen einer Bodenbildung. Sie ist im Chart leicht zu entdecken, trotzdem werden oft Fehler beim Trade dieser Formation begangen. Im Folgenden soll darauf eingegangen werden, wie die Formation entsteht und wie sie sicher identifiziert werden kann.

Übersicht zum Formationsaufbau


Schematischer Aufbau der SKS: vollständig
Schematischer Aufbau der SKS: vollständig
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Im ersten Schaubild wird eine vollständig ausgebildete, idealtypische inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS - Formation) dargestellt. Wie man erkennen kann, ist der Aufbau durchaus komplex. Hierin besteht bereits das erste Missverständnis: die meisten angeblichen inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formationen entsprechen nicht diesem schematischen Aufbau und sind entsprechend weniger aussagekräftig. Die in der Literatur oft genannte »sehr hohe Wahrscheinlichkeit«, dass der Zielkurs auch erreicht wird, bezieht sich fast immer auf inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formationen bei denen alle Kriterien hinsichtlich Chart- und Umsatzverlauf erfüllt sind.

Die Entstehung: Abwärtstrend


Schematischer Aufbau: der Abwärtstrend
Schematischer Aufbau: der Abwärtstrend
Kursdaten: Lenz + Partner AG

In der ersten Phase der Entstehung geben die Kurse deutlich ab. Die Abwärtsbewegung in den Phasen -1- bis -3- entspricht lehrbuchmäßig einer Trendbewegung nach der DOW - Theorie. Die Aufwärtsbewegung in der Phase -4- überschreitet das Hoch der Bewegung -2- nicht oder zumindest nicht signifikant, der Abwärtstrend laut DOW- Theorie bleibt also grundsätzlich gültig. Als Hinweis auf eine mögliche Bodenbildung mag aber gelten, dass oftmals die fallende Trendlinie des übergeordneten Trends nach oben durchbrochen wird.

Die Entstehung: die ersten Warnsignale


Schematischer Aufbau: erste Warnsignale
Schematischer Aufbau: erste Warnsignale
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Nach der Aufwärtsbewegung in Phase -4- folgte eine Korrektur bis zum Tief der Phase -1-. An dieser Stelle kann kein neues Tief mehr erzeugt werden und die Phase -5- wird beendet. Aus der Tatsache, dass kein neues Tief erzeugt werden kann, ist der Trend jedoch noch nicht gebrochen! Nun steigt der Kurs mit der Bewegung -6- bis zum Widerstand an. Was bedeutet dies nun zu diesem Zeitpunkt für die Marktteilnehmer? Bären, die »short« sind, werden auf ein neues Tief warten. Sie vertrauen auf den dreifache Widerstand der Höchstpunkte der Phasen -2-, -4- und -6-. Neueinsteiger auf der Short-Seite hoffen auf die Ausbildung eines neuen Tiefs, befinden sich aber vermutlich leicht im Minus. Die inverse Schulter-Kopf-Schulter wird sichtbar, d.h. die Bären werden langsam darauf aufmerksam, dass sie in Gefahr kommen.
Laut der »Enzyklopädie der Chartmuster« von Thomas N. Bulkowski (siehe Literaturempfehlung) besteht an dieser Stelle eine 60% Chance, dass die Kurse NICHT durch den Widerstand brechen! Dies wird sehr oft übersehen!

Der Bruch der Nackenlinie: der Markt dreht


Schematischer Aufbau: der Bruch der Nackenlinie
Schematischer Aufbau: der Bruch der Nackenlinie
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Jetzt erfolgt der Ausbruch nach oben! Mit dem neuen höheren Hoch ist der Abwärtstrend nicht mehr gültig! Wer bisher auf der Schort-Seite war dürfte nun Probleme bekommen und über die Position nachdenken. Die ersten Short-Positionen werden wohl geschlossen, manche davon vielleicht sogar in einer gewissen Panik. Die inverse Schulter-Kopf-Schulter ist jetzt offensichtlich.

Das »pull-back«: nur eine Korrektur an die Nackenlinie


Schematischer Aufbau: das »pull-back«
Schematischer Aufbau: das »pull-back«
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Das »pull-back« wird nicht zwangsläufig ausgebildet, erfolgt aber laut Bulkowski in ca. 50% der Fällen. Die Situation ist die Folgende: der Aufwärtstrend etabliert sich, es wird bereits ein zweites, höheres Hoch ausgebildet. Die Abwärtsbewegung bis an die Nackenlinie ist trendkonform im Aufwärtstrend zu erklären. Spätestens jedoch an der Nackenlinie wird ein weiterer Teil der Bären Short-Positionen verkaufen um wenigstens einigermaßen komfortabel aus dem Engagement heraus zu kommen. Meist dreht das »pull-back« an der Nackenlinie nach oben, aber auch jedes lokale Tief oberhalb des Tiefs der rechten Schulter ist im Sinne einer Trenddefinition gültig.

Zielkurs der inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation


Erreichung des Zielkurses
Erreichung des Zielkurses
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Auf dem Weg zum Zielkurs bilden die Bewegungen zwischen Nackenlinie und rechter Schulter und das »pull-back« meist eine oder mehrere »bull-flag« aus. Diese gelten an sich bereits als trendbestätigend. Bei der Abschätzung des Kursziels ist meiner Meinung nach unbedingt zu berücksichtigen, dass ein logarithmischer Chart verwendet wird.

Älteste bekannte Version der Seite: 19.06.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 12.11.2018


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