Warum starke Nerven und ein weniger starkes Gefühl bei der Geldanlage das A und O sind

und warum die Entwicklung des Depots Geheimsache sein sollte


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Warum starke Nerven und ein weniger starkes Gefühl bei der Geldanlage das A und O sind und warum die Entwicklung des Depots Geheimsache sein sollte. Der Kopf weiß längst, wie die Geldanlage in Aktien und andere Wertpapiere funktioniert, wie institutionelle Anleger handeln und worauf zu achten ist, um möglichst viel Gewinn zu realisieren. Dennoch ist das Internet voll mit Geschichten von Menschen, die viel Geld an der Börse verloren haben. Hierbei handelt es sich nicht nur um Spekulanten, die mit höchstem Risikoeinsatz versuchen, das Maximum herauszuholen. Immer wieder trifft es auch die kleineren Anleger, die trotz einer ausgiebigen Beratung besonders in Sachen Depot falsche Entscheidungen treffen. Wir möchten in diesem Beitrag aufzeigen, woran das liegt.

Auch ein breit gestreutes Depot schützt nicht vor einem ängstlichen Herzen

Depots sollten immer möglichst breit diversifiziert sein. Allerdings bedeutet eine gute Streuung noch viel mehr. Durch eine entsprechende Strukturierung des gesamten Vermögens kann das Risiko nochmals minimiert werden. Wer in Deutschland lebt und arbeitet, ggf. sogar in der eigenen Immobilie wohnt, hat hier bereits das erste Klumpenrisiko. Jetzt sollte der kluge Anleger anfangen, in anderen Ländern zu investieren. Geht es mit der deutschen Wirtschaft bergab, sind ohnehin das eigene Einkommen und der Besitz in Deutschland in Gefahr - da muss nicht auch noch die Wertpapieranlage in Schieflage geraten. Wer in der Automobilindustrie tätig ist, sollte nicht gerade Papiere von VW, BMW oder Opel kaufen. Eine wirklich breite Streuung des Depots sollte also nach Geografie, Branche, Anlageklasse, Anlagedauer, Währung und Volatilität erfolgen. Ein Value-Ansatz bei der Auswahl der richtigen Papiere bringt noch einmal etwas mehr Sicherheit.

Jetzt könnte sich der Anleger beruhigt zurücklehnen und warten. Doch genau hier liegt das Problem: Die wenigsten machen das auch. Selbst derjenige, der seinem Anlageberater blind vertraut, wird immer auch die Märkte im Blick behalten und von Zeit zu Zeit nervös nachfragen, ob denn alles noch seine Richtigkeit hat, und im schlimmsten Fall das Misstrauen aussprechen und gegen den Rat des Spezialisten das Depot »ausmisten«.

Fakt ist, dass Menschen meist aus zwei Gründen entscheiden: Angst oder Gier. Wer einem dieser Gefühle die Oberhand überlässt, der ist verloren. Gier tritt häufig dann in den Vordergrund, wenn die Kurse steigen. Die entgangenen Gewinne - wenn doch mehr dieser Papiere im Depot enthalten wären - schwirren stetig im Kopf herum. Anfangs haben sich viele noch im Griff, doch nach und nach übernimmt das Gefühl die Führung und drängt den Kopf in den Hintergrund. Den Kopf nämlich, der sich vorher genau über das zu investierende Kapital und die Anlagedauer Gedanken gemacht hat. Der Kopf, der genau weiß, dass steigende Kurse auch höhere Preise bedeuten. Und hat die Gier erst einmal die Kontrolle übernommen, wird investiert, was nur möglich ist. Leider passiert dies massenhaft, die Entscheidung zum Kauf wird sehr häufig bei vielen Anlegern gleichzeitig getroffen, was den Kurs erneut kurzzeitig nach oben treibt. Doch dann folgt häufig der Stillstand und ist der erreicht, steigen Großanleger, die noch ihr Köpfchen entscheiden lassen, aus dem Geschäft aus.

Die Folge ist ein Kursverfall, der wiederum die kleineren Anleger nervös macht. Der Kopf schaltet sich wieder ein und versucht, den Schaden einzuschätzen. Muss wirklich sofort verkauft werden? Wohin gehen die Preise oder sollte ich gar nachkaufen? Doch je weiter der Weg nach unten geht, desto mehr rückt wiederum das Herz in den Vordergrund. Die Angst vor Verlusten wächst, während die Vernunft immer noch versucht, zu beruhigen und zu handeln, wie es sinnvoll ist: antizyklisch. Statt zu sehen, wie negativ sich das eigene Depot entwickelt hat, wäre es besser, sich in das Gedächtnis zurückzurufen, dass die Preise gerade sehr günstig sind. Ein Nachkauf wäre unter Umständen die richtige Wahl. Doch stattdessen wird alles verkauft - aus Furcht, sonst auch noch das letzte Hemd zu verlieren - während die großen Anleger ihre Portfolios zu den unschlagbar günstigen Preisen voll kaufen.

Geduld ist eine Tugend

Das Sprichwort ist hinlänglich bekannt. Doch Geduld ist auch die wichtigste Eigenschaft, wenn es um die eigene Geldanlage geht. Wer eine clevere Anlagestrategie verfolgt und dann cool bleibt, der hat die allergrößten Chancen, damit zu den Gewinnern zu gehören. Wichtig ist in der Tat nicht der Anlagezeitpunkt, sondern die Anlagedauer. Wer viel Zeit mitbringt, kann mit einem vernünftig zusammengestellten Depot viel Geld gewinnen. Die Chance auf einen Gewinn steigt noch mit der Länge des Geduldsfadens und der Größe des Willens. Selbst nach großen Finanzkrisen, nach Weltkriegen und der Ölkrise, haben sich die Märkte innerhalb weniger Jahre wieder erholt.

Zahlreiche Menschen haben in solchen Zeiten alles verloren. Weil sie ihr Herz haben handeln lassen und Gefühle die Oberhand erlangen konnten. Wer nicht »cool« genug ist, die leise Stimme im Kopf zu ignorieren und nur auf den Verstand zu hören, der sollte einen Anlageberater zu Rate ziehen, der tatsächlich nach den Regeln des Wertpapiermarktes handelt. Eigentlich braucht jeder einen Menschen aus Fleisch und Blut, der das ängstliche Händchen hält und mit beruhigender Stimme sagt: »Alles wird gut.«

Älteste bekannte Version der Seite: 28.03.2019
Letzte Überarbeitung der Seite: 28.03.2019



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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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