Trendfolgesysteme (Börsenlexikon)

The Trend is Your Friend


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Bei Trendfolgesystemen handelt es sich um computergestützte Prognosesysteme (»Handelssysteme« Lexikon) für die Kursentwicklung von Aktien Lexikon, Indices und anderen Handelsobjekten. Im Gegensatz zu anderen Handelsansätzen verwenden technische Handelssysteme Lexikon keine »externen« Daten wie beispielsweise Analystenbewertungen oder veröffentlichte Unternehmensdaten, sondern ausschließlich Kursdaten. Anhand der Auswertung dieser Kursverläufe generieren Handelssysteme Lexikon Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen. Diese Signale versuchen mit dem Trend zu handeln, daher logischerweise auch die Bezeichnung Trendfolgesysteme Lexikon.



Das Generieren von Signalen in Trendfolgesystemen

Wann genau ein Signal zum Kauf oder zum Verkauf eines Papiers generiert wird, ist manchmal ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis des Anbieters eines solchen Trendfolgesystems. Solche »Black-Box« - Systeme sind also mit Vorsicht zu genießen! Doch die Zielsetzung dieser Trendfolgesysteme Lexikon ist in allen Fällen grundsätzlich ähnlich: Dem vorherrschenden Börsentrend soll gefolgt werden und hierdurch sollen hohe Risiken vermieden werden. Natürlich ergibt sich für die Entwickler solcher Systeme eine Konfliktsituation: Werden die Signale früh generiert, erhöht sich das Risiko irrtümlich angenommener neuer Trends. Ein spätes Generieren von Signalen verringert nicht nur die Rendite Lexikon (zu spätes Einsteigen in neue Trends und zu spätes Reagieren auf beendete Trends), sondern birgt sogar das Risiko eines verlustreichen antizyklischen Handels, weil die Kaufsignale vielleicht sogar erst am Ende der Trendbewegung auftauchen.

Trendfolgesysteme werten häufig so genannte »gleitende Durchschnitte« (»GDL«) von Kursen aus. Dabei werden bei vielen »klassischen Systeme« ein langfristiger, ein mittelfristiger und ein kurzfristiger GDL des Kurses gebildet. Beispielsweise der Durchschnitt im letzten Jahr, in den letzten drei Monaten und der letzten Woche. Anhand der zeitlichen Entwicklung dieser Werte wird eine zukünftige Kursentwicklung extrapoliert.

Probleme von Trendfolgesystemen

Trendfolgesysteme versuchen also, aus dem vergangenen Kursverlauf eines Wertpapiers Informationen zu gewinnen, indem sie langfristige Trends identifizieren und die täglichen statistischen Kursschwankungen herausfiltern. Genau hier liegt aber eine große Schwierigkeit: Es ist selten wirklich eindeutig, welche Kursbewegung zum Trend gehört und welche lediglich einer zufälligen Schwankung geschuldet ist. Die Situation ist aus mathematischer Sicht vergleichbar mit beispielsweise Rausch-Unterdrückungssystemen (z.B. »Dolby« bei Musikanlagen), die auch vor der Aufgabe stehen, das Nutzsignal (Musik) vom Hintergrundrauschen zu trennen. Dabei besteht die Gefahr, dass kurzfristige Signalverläufe (hohe Frequenzen) fälschlicherweise dem Hintergrundrauschen zugerechnet und damit herausgefiltert werden. Das Rauschen ist dann tatsächlich weg, aber einige Teile der Musik fehlen auch.

Um dieses Problem zu lösen und kurzfristige Trendentwicklungen nicht zu übersehen, filtern Trendfolgesysteme Lexikon meist sehr zurückhaltend. Im Ergebnis führt dies dazu, dass kaum ein Trend übersehen wird, aber im Gegenzug, und gerade in Seitwärtsbewegungen, häufig nicht vorhandene Trends signalisiert werden. Dieses künstliche Herauslesen in Wirklichkeit gar nicht vorhandener Informationen ist übrigens auch ein Problem der Rauschunterdrückungssysteme. Als diese Systeme in den 60er Jahren in der Radioastronomie eingeführt wurden, wimmelte es plötzlich von Signalen außerirdischer Intelligenzen. So mancher wird enttäuscht sein, dass diese »außerirdischen Nachrichten« verbesserten Filtern und nicht finsteren Geheimdienstaktivitäten um Opfer gefallen sind.) Für Trendfolgesystem bedeutet das, dass man mit Fehlsignalen leben muss und entsprechend bereit sein muss, Fehlinvestments häufig unter Inkaufnahme kleiner Verluste zu korrigieren. Diese Fehlerquelle ist einkalkuliert und soll durch frühzeitig korrekt erkannte Trends überkompensiert werden. Die allermeisten Trendfolgesysteme Lexikon funktionieren daher auch nur dadurch, dass einige wenige sehr hohe Gewinne viele kleine Verluste nicht nur ausgleichen sondern auch für die Performance verantwortlich sind. Daher gilt ganz besonders: Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen. Ohne ein erhebliches Maß an Disziplin kann ein Trendfolgesystem nicht erfolgreich gehandelt werden.

Älteste bekannte Version der Seite: 19.06.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 21.08.2017




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