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Ruppis Dividendenstrategie - Kombination aus fundamentaler und technischer StrategieRuppis Dividendenstrategie

Kombination aus fundamentaler und technischer Strategie



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Steuern sparen mit »Ruppis Dividendenstrategie«?

Früher wurden Kursgewinne innerhalb der 12-monatigen Spekulationsfrist voll besteuert, bei Dividendenausschüttungen und Zinsen wurde hingegen ein Freibetrag von DM 3.100,- (bzw. 6.200,- für Verheiratete bei gemeinsamer Veranlagung) gewährt. Diese steuerliche Ungleichbehandlung von Kursgewinnen und Dividenden konnte sich der Anleger zunutze machen. Je nachdem, ob er seinen Sparerfreibetrag schon ausgeschöpft hatte, oder nicht, legte er seinen Verkaufszeitpunkt vor, oder nach die Dividendenausschüttung. Im ersten Fall erzielte er einen Kursgewinn, den er zu seinem persönlichen Steuersatz versteuern musste, im zweiten Fall einen Dividendengewinn, den er im Rahmen seines Sparerfreibetrages steuerfrei einstreichen konnte. Zudem wurde ihm die volle Körperschaftssteuer gutgeschrieben.
Angesichts des Halbeinkünfteverfahrens und des gesenkten Sparerfreibetrages (inkl. Werbungskostenpauschale) von € 801,- für Ledige und € 1.602,- für Verheiratete dürfte der früher nicht zu vernachlässigende Steuersparaspekt nur noch eine geringe Rolle spielen und es lohnt sich eigentlich nicht mehr, das Risiko eines evtl. unkalkulierbaren Dividendenabschlages einzugehen.
Man sollte daher künftig seine Dividendentitel grundsätzlich kurz vor der Ausschüttung verkaufen.
Doch dazu mehr bei der Erläuterung des Phasenmodelles weiter unten.

Nebenwerte als Basis für »Ruppis Dividendenstrategie«


Die meisten Nebenwerte führen an den Börsen sei einigen Jahren ein trauriges Dasein. Obwohl sie oft ertragreiche, grundsolide Unternehmen verkörpern, stehen sie ganz im Schatten der blue chips. Vernachlässigt von den institutionellen Anlegern, die eine höhere Liquidität, eine größere Marktkapitalisierung und höhere Umsätze benötigen, um investieren zu können (sie würden sonst durch ihre eigenen großen Orders die Kurse zu ihren Ungunsten beeinflussen), dümpeln die meisten Nebenwerte seit längerem vor sich hin. Aufgrund aber gleichbleibend hohem Gewinn pro Aktie (und somit stabil hoher Dividendenausschüttung), stieg durch den sinkenden Kurs die Dividendenrendite deutlich an, manchmal sogar auf zweistellige Werte, denn die Dividendenrendite ist ja nichts anderes als die Dividende geteilt durch den Börsenkurs. Rückt dann der Zeitpunkt der Ausschüttung näher (üblicherweise findet diese einen Tag nach der Hauptversammlung statt), wird die jeweilige Aktie plötzlich wieder für viele Anleger interessant. Meist löst eine entsprechende ad-hoc Mitteilung zur bevorstehenden hohen Dividende einen Kurssprung aus, insbesondere wenn die Ausschüttung über den Erwartungen liegt. Auf einen Schlag wird dadurch ein vollkommen in Vergessenheit geratener Wert seinem Schattendasein entrissen. Es ergibt sich ein typisches Chartbild, das sich in fünf charakteristische Phasen gliedert.

Ruppis Phasenmodell

Ruppis Phasenmodell
Ruppis Phasenmodell

Definition der Phasen

  • Phase I:
    Die Meldung einer bevorstehenden hohen Dividendenausschüttung läuft über den Bildschirm: Sofort setzen massive Käufe ein und treiben den Kurs sprunghaft nach oben.
  • Phase II:
    Zwei bis drei Tage danach geht das Interesse erst einmal zurück (es gibt andere, interessantere Meldungen. Auch machen einige Aktionäre, die das Papier schon vorher hatten, erst einmal Kasse). Dies führt zu einer Konsolidierung.
  • Phase III:
    Nach einer bis vier Wochen kommt der nächste Kaufschub, da die Dividendenzahlung mit der Hauptversammlung in unmittelbare Nähe rückt.
  • Phase IV:
    Etwa ein bis zwei Wochen vor der Hauptversammlung verharrt der Kurs auf hohem Niveau.
  • Phase V:
    Einen Tag nach der Hauptversammlung wird der Wert Ex-Dividende gehandelt, die Dividende wird vom Kurs abgezogen.

Für die Kaufzeitpunkte gilt also:

  • Entweder man hatte das Papier schon vorher, was natürlich ideal wäre, aber meistens reine Glückssache ist (oder man hatte einfach den richtigen Riecher).
    Man kauft sofort bei Phase I. (Die Meldung sollte aber nicht älter als einen halben Tag sein, sonst wartet man besser auf Phase II.)
  • Auf Nummer sicher geht, wer am Ende von Phase II. kauft, denn hier zahlt man garantiert nicht zu viel, und die Dividende ist auch schon greifbar nahe.
  • Wer mutig ist, kann auch noch bei Phase III. kaufen.
  • Bei Phase IV. sollte man nur noch kaufen, wenn man noch Platz beim Sparerfreibetrag hat.

Verkauf

Hier ist zu unterscheiden, ob man noch Spielraum beim Sparerfreibetrag hat, oder nicht.

Ist dieser bereits ausgeschöpft, verkauft man besser bei Phase IV.

Hat man noch Platz, verkauft man bei Phase V., kassiert die Dividende steuerfrei, und obendrein noch die Körperschaftssteuer- Gutschrift. Sollte man wegen eines zu hohen Einstiegskurses, oder der Höhe des Dividendenabschlags einen Kursverlust erleiden, so kann man diesen mit den Spekulationsgewinnen aus anderen Geschäften verrechnen, was steuerlich äußerst interessant sein kann.

Allerdings ist §50 Einkommessteuergesetz zu beachten, wonach eine Frist von mindestens 10 Tagen zwischen Kauf und Verkauf liegen muß, um die Dividende steuerfrei mitnehmen zu können. Ansonsten könnte es Schwierigkeiten mit dem Finanzamt geben. Andererseits dürften in der Praxis die wenigsten Finanzbeamten all diese Details im Kopf haben...

Beispiele:

Jagenberg AG
Jagenberg AG

Klassischer Verlauf mit schöner Trennbarkeit der einzelnen Phasen. Phase III verläuft hier besonders schwungvoll.

Burgbad AG
Burgbad AG

Der Durchhänger zwischen Phase III und IV fällt nicht auf den Boden von Phase II zurück. Der Tiefpunkt liegt immer in Phase II!

Marbert AG
Marbert AG

Phase IV sticht hier durch eine Spitze am Ende heraus.

Details zur Anwendung des Phasenmodells
KAUF VOR PHASE I:

Es gibt nun zwei Möglichkeiten, dieses Phasenmodell gewinnbringend anzuwenden. Am lukrativsten ist es natürlich, kurz vor Phase I zu kaufen. Das ist allerdings auch der schwierigere Weg, denn man muß quasi erahnen, wann der Kurs am Tiefpunkt angelangt ist. Typischerweise geschieht dies etwa 3 Monate vor der Hauptversammlung. Mittels eines Langfristcharts lässt sich aus der Betrachtung der Vorjahre recht gut ermitteln, wie lang oder kurz vor der Hauptversammlung der beste Einstiegszeitpunkt liegt. Dabei ist dem Balkenchart der Vorzug zu geben, denn hier erkennt man an Hand der Kurslücken (Gaps) am besten, wann die Dividendenausschüttung stattfand. Am Beispiel von HIS sportswear (Dividendenrendite >8%) sei dies kurz erläutert.

H.I.S. sportswear
H.I.S. sportswear

Der beste Kaufzeitpunkt lag hier immer Anfang/Mitte Januar, also circa drei Monate vor der Hauptversammlung Ende März/Anfang April. (Von langfristigen Abwärtstrends darf man sich bei Anwendung meines Modells nicht stören lassen.)

Es lässt sich feststellen, dass die sehr hohe Dividendenrendite etwa 3 Monate vor der Hauptversammlung in den Kurs eingepreist wurde. Diese Beobachtung darf verallgemeinert werden.

KAUF IN PHASE I, oder II

Dieser Weg ist etwas einfacher, bringt aber nicht genauso viel Gewinn. Nachdem die entsprechende Meldung über den Bildschirm gelaufen ist, kauft man sofort, spätestens aber innerhalb weniger Stunden an der jeweils liquidesten Börse, also in Phase I.

Gelingt dies nicht, sollte man unbedingt das Ende von Phase II abwarten, da sonst die Gefahr besteht, zu teuer zu kaufen.

Wie kann man nun erkennen, wann die Phase II zu Ende geht? Zum einen zeigt sich dies in nachlassender Dynamik, abnehmenden Umsätzen und einer Bodenbildung im Bereich von, oder knapp über dem in Phase I liegenden Kurssprung, wie man im Balkenchart von Marbert erkennen kann:

Marbert AG
Marbert AG

Es hat sich bewährt den Kauf auf 2-3 Orders zu verteilen:

Wo ich den Boden in Phase II vermute, kaufe ich mit 50% meines Einsatzes. Fällt der Wert doch noch etwas weiter, verbillige ich, sobald der Kurs um mindestens 5% zurückgegangen ist. Zudem setze ich ein »Abstauberlimit«, das nochmals 5% tiefer liegt. Mit diesem komme ich allerdings nur selten zum Zuge. (Ein Stop-Loss kann nochmals 5% darunter gelegt werden, ist aber generell nicht nötig, da der Kurs durch die hohe Dividendenrendite sehr gut nach unten abgesichert ist.)

Verkauf

§50 Einkommenssteuergesetz sieht vor, dass Dividenden nur dann steuerfrei bleiben (natürlich darf der Sparerfreibetrag noch nicht ausgeschöpft sein), wenn mindestens 10 Tage zwischen Kauf und Verkauf der Aktie liegen. Dies ist wohl auch der Grund dafür, warum der Höchstkurs meist schon 8-10 Tage vor der Dividendenausschüttung erreicht wird. Auf jeden Fall ist dies ein guter Verkaufszeitpunkt. Wer allerdings noch Platz beim Sparerfreibetrag hat, wartet besser die Hauptversammlung ab und verkauft am Tag danach an der liquidesten Börse gleich zum Eröffnungskurs »bestens«, um die Dividende steuerfrei einzustreichen.

Sofort verkaufen sollte man, wenn gemeldet wird, dass die Dividende geringer als erwartet sein wird, oder gar entfällt. Reagiert man schnell genug (innerhalb eines Tages) auf eine solche Meldung, kann man zumeist ohne Verlust aussteigen. Aussitzen wäre hier ein grober Fehler, wie das Beispiel der MAX Holding zeigt:

M.A.X. Holding
M.A.X. Holding

Am 15.05. wurde bekannt gegeben, dass die Dividende nur etwa halb so hoch ausfallen wird, wie erwartet. Wer am gleichen Tag verkaufte, konnte das Papier noch für über 4 Euro veräußern, wer bis zur Hauptversammlung wartete, mußte sich über 20% Verlust ärgern.

Ruppis »Sechs Goldene Dividendenregeln«

  • Suche Werte mit sehr hohen Dividendenrenditen (>6%, besser >7%), deren Hauptversammlungen in der ersten Jahreshälfte liegen.
  • Studiere 4 bis 5 Monate vor der Hauptversammlung die Langfristcharts und übertrage den Kursverlauf der Vorjahre auf die Gegenwart. Kaufe etwa 3 Monate vor der Hauptversammlung, sobald Du eine Bodenbildung erkennst.
  • Kaufe Werte, bei denen eine Dividendenerhöhung bekanntgegeben wird (Dividendenrendite >6%, besser >7%) sofort, oder warte das Ende von Phase II. ab.
  • Verkaufe Deine Dividendentitel in Phase IV. (8 bis 10 Tage vor der Hauptversammlung). Hast Du noch Spielraum beim Sparerfreibetrag, so verkaufe sie erst am Tag nach der Hauptversammlung.
  • Bei Meldungen über Dividendensenkungen, oder gar deren Ausfall verkaufe sofort.
    Handle nur an der liquidesten Börse.

Der Vorstellung von Ruppis Dividendenstrategie erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors Michael Rupprecht und der Zeitschrift BÖRSE NOW, die diesen Artikel in der Ausgabe 11/2000 erstmals veröffentlichte.

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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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