Gleitende Durchschnitte (GDL)

Kursbewegung ohne Rauschen


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Fast jeder Chart Lexikon in einer Aktienanalyse Lexikon enthält mindestens eine so genannten »Gleitende Durchschnittslinie« (kurz GDL genannt). Doch welchen Nutzen bringen diese gleitenden Durchschnittslinien für die Analyse und das Trading in Aktien? Warum legen technische Analysten ein solches Augenmerk auf diesen Indikator, der den Trend eines Wertpapiers widerspiegeln soll?



 Das sagt die Wikipedia zu Gleitenden Durchschnittslinien:

Ein gleitender Durchschnitt gehört zu der Klasse der Trendfolge-Indikatoren. Er besteht aus dem Durchschnitt einer Anzahl von Kurs-Werten. Hierbei werden beispielsweise die Tagesschlusskurse der letzten 50, 100 oder 200 Tage verwendet. Hierdurch wird erreicht, dass unumgängliches »Rauschen« in den Kursbewegungen ausgefiltert wird und langfristige Trends sichtbar werden. Als Ein- bzw. Ausstiegssignal eignen sich gleitende Durchschnitte allein im Allgemeinen nur in deutlichen Aufwärts- und Abwärtstrends. In Seitwärtsphasen erzeugen sie viele Fehlsignale, weshalb ihre Eignung als Signalgeber zum Handeln umstritten ist. In Kombination mit anderen Trendfolge-Indikatoren, Oszillatoren, Trendkanälen und Trendlinien ermöglichen sie dem erfahrenen Marktteilnehmer jedoch bessere Trading-Entscheidungen.

Gleitende Durchschnittslinien haben mehrere Aufgaben. In erster Linie bewirken sie, wie in der Quelle oben angemerkt, eine Glättung des sehr beweglichen Charts. So wird über den gewählten Zeitraum ein grober Trend besser erkennbar. Durch die Überkreuzung von GDL verschiedener Länge und die daraus abgeleiteten Signale ergeben sich auch konkrete Handelssysteme Lexikon mit den oben genannten Einschränkungen. Zudem beziehen die meisten Indikatoren Lexikon GDL in ihre Berechnung mit ein. So verwendet z.B. der TBI Lexikon das Verhältnis zweier GDL unterschiedlicher Periodenlänge (Trendbestätigungsindikator TBI) und auch der MACD-Indikator Lexikon ist grundsätzlich nichts anderes als eine Kombination aus gleitenden Durchschnittslinien.

Man unterscheidet die GDL auch nach Art der Berechnung:

  • Standard GDL: man addiert die Kurse der letzten n-Zeiteinheiten und teilt die Summe durch n.
  • Exponentielle GDL: es findet bei der Berechnung eine stärkere Gewichtung der neueren Kurse statt, die GDL wird zudem auch stärker geglättet.
  • Gewichtete GDL: je älter ein verwendeter Kurs ist, desto geringer wird seine Aussagekraft in der GDL. Die jüngere Kursentwicklung wird hier bei der Berechnung am stärksten gewertet.


Im folgenden Beispiel sind die drei wichtigsten Berechnungsarten der Gleitenden Durchschnittslinien zum Vergleich nebeneinander gestellt. Man erkennt, dass die Berechnungsweise eine unterschiedliche Annäherung an den eigentlichen Kursverlauf bewirkt.


Chart mit unterschiedlich berechneten gleitenden Durchschnittslinien.
Chart mit unterschiedlich berechneten gleitenden Durchschnittslinien.
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Je mehr Kurse einer Zeitreihe gemittelt werden, desto langsamer reagiert der GDL auf eine Kursveränderung. An der 200-Tage-GDL erkennt man so zwar sehr gut die langfristige Tendenz der Kurse, andererseits kommen Signale zur Trendwende bei dieser Methode viel zu spät für einen vernünftigen Handel. Eine wichtige Aussage trifft die 200er GDL trotzdem: entfernt sich der Kurs zu weit von der 200er GDL, kommt es fast immer zu Kursverlusten (oder zumindest zu einer Seitwärtsbewegung). Die 100-Tage-GDL reagiert bereits viel schneller auf Trendänderungen, wird für sich alleine gesehen von mir aber selten verwendet. Sehr beweglich ist hingegen die 38-Tage-GDL, die zwar sehr nahe am Kurs bleibt aber trotzdem die Richtung des Trends anzeigt.

Strategie mit gleitenden Durchschnitten: Überkreuzungen

Sehr aufschlussreich sind Überkreuzungen der gleitenden Durchschnittslinien mit dem Kurs bzw. untereinander. Schneidet der Kurs die Gleitenden Durchschnitte von unten ist dies allgemein ein Kaufsignal, fällt der Kurs unter die GDL, gilt dies als Verkaufssignal.

Wie schon erwähnt kommen diese Signale bei langer Periodenzahl der GDL sehr spät. Sehr häufig verwendet wird eine Kombination aus drei Perioden (z.B. 4, 9 und 18 Tage) in den GDL. Diese Signale kommen natürlich dann sehr häufig, sind aber natürlich nur für das kurzfristige Trading interessant.


Chart mit eingezeichneten Signalen aus einem GDL(38)
Chart mit eingezeichneten Signalen aus einem GDL(38)
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Noch ein wichtiger Hinweis: gleitende Durchschnittslinien versagen meist bei Seitwärtsbewegungen bzw. ein einzelner Gleitender Durchschnitt ist auch als alleiniges Handelssystem für das Trading von Aktien Lexikon nicht verwendbar! Im Beispiel oben kann man sehr gut erkennen, dass das erste Signal des GDL(38) zu Beginn der langen Trendbewegung zwischen November 2003 und Februar 2004 sehr erfolgreich war. Bei den folgenden Bewegungen kamen die Signale dann entweder zu spät für den Einstieg auf der Long-Seite (Anfang April ´04) oder zu spät für den Ausstieg aus den Short-Positionen von Februar bzw. Ende April 2004. Um also ein funktionierende Handelssystem aus GDL aufzubauen, werden weitere Indikatoren Lexikon, zusätzliche Filter (z.B. Trendstärke) und schnelle Ausstiegssignale (z.B. Stop-Loss Lexikon durch kürzere GDL) benötigt.

Älteste bekannte Version der Seite: 04.10.1999
Letzte Überarbeitung der Seite: 17.10.2017




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