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Gleitende Durchschnittslinien GDL
Kursbewegung ohne Rauschen
Trends auf den ersten Blick erkennen

Ein gleitender Durchschnitt gehört zu der Klasse der Trendfolge-Indikatoren. Er besteht aus dem Durchschnitt einer Anzahl von Kurs-Werten. Hierbei werden beispielsweise die Tagesschlusskurse der letzten 50, 100 oder 200 Tage verwendet. Hierdurch wird erreicht, dass unumgängliches »Rauschen« in den Kursbewegungen ausgefiltert wird und langfristige Trends sichtbar werden. Als Ein- bzw. Ausstiegssignal eignen sich gleitende Durchschnitte allein im Allgemeinen nur in deutlichen Aufwärts- und Abwärtstrends. In Seitwärtsphasen erzeugen sie viele Fehlsignale, weshalb ihre Eignung als Signalgeber zum Handeln umstritten ist. In Kombination mit anderen Trendfolge-Indikatoren, Oszillatoren, Trendkanälen und Trendlinien ermöglichen sie dem erfahrenen Marktteilnehmer jedoch bessere Trading-Entscheidungen.
Gleitende Durchschnittslinien haben mehrere Aufgaben. In erster Linie bewirken sie, wie in der Quelle oben angemerkt, eine Glättung des sehr beweglichen Charts. So wird über den gewählten Zeitraum ein grober Trend besser erkennbar. Durch die Überkreuzung von GDL verschiedener Länge ergeben sich auch konkrete Handelssignale mit den oben genannten Einschränkungen. Zudem beziehen die meisten Indikatoren GDL in ihre Berechungen ein. So verwendet z.B. der TBI das Verhältnis zweier GDL unterschiedlicher Periodenlänge (TBI = Trend- Bestätigungs- Indikator, siehe dort!) und auch der MACD ist grundsätzlich nichts anderes als eine Kombination aus gleitenden Durchschnittslinien.
Man unterscheidet die GDL auch nach Art der Berechnung:
- Standard GDL: man addiert die Kurse der letzten n-Zeiteinheiten und teilt die Summe durch n.
- Exponentielle GDL: es findet eine stärkere Gewichtung der neueren Kurse statt, die GDL wird zudem auch stärker geglättet.
- Gewichtete GDL: je älter ein verwendeter Kurs ist, desto geringer wird seine Aussagekraft in der GDL. Die jüngste Kursentwicklung wird hier am stärksten gewertet.
Im folgenden Chart sind diese drei wichtigsten Berechnungsarten der GDL zum Vergleich nebeneinander gestellt. Man erkennt, dass die Berechnungsweise eine unterschiedliche Annäherung an den eigentlichen Kursverlauf bewirkt.

Je mehr Kurse gemittelt werden, desto langsamer reagiert der GDL auf eine Kursveränderung. An der 200-Tage-GDL erkennt man so zwar sehr gut die langfristige Tendenz der Kurse, andererseits kommen Signale zur Trendwende viel zu spät für einen vernünftigen Handel. Eine wichtige Aussage trifft die 200er GDL trotzdem: entfernt sich der Kurs zu weit von der 200er GDL, kommt es fast immer zu Kursverlusten (oder zumindest zu einer Seitwärtsbewegung). Die 100-Tage-GDL reagiert bereits viel schneller auf Trendänderungen, wird für sich alleine gesehen von mir aber selten verwendet. Sehr beweglich ist hingegen die 38- Tage- GDL, die zwar sehr nahe am Kurs bleibt aber trotzdem die Richtung des Trends anzeigt.
Überkreuzungen
Sehr aufschlußreich sind Überkreuzungen der gleitenden Durchschnittslinien mit dem Kurs bzw. untereinander. Schneidet der Kurs die GDL von unten ist dies allgemein ein Kaufsignal, fällt der Kurs unter die GDL, gilt dies als Verkaufssignal.
Wie schon erwähnt kommen diese Signale bei langer Periodenzahl der GDL sehr spät. Sehr häufig verwendet wird eine Kombination aus 4, 9 und 18 Perioden in den GDL. Diese Signale kommen natürlich dann sehr häufig, sind aber natürlich nur für kurzfristige Trades interessant.

Noch ein wichtiger Hinweis: gleitende Durchschnitte versagen meist bei Seitwärtsbewegungen bzw. ein einzelner GDL ist auch als alleiniges Handelssystem nicht verwendbar! Im Chart oben kann man sehr gut erkennen, dass das erste Signal des GDL(38) zu Beginn der langen Trendbewegung zwischen November 2003 und Februar 2004 sehr erfolgreich war. Bei den folgenden Bewegungen kamen die Signale dann entweder zu spät für den Einstieg auf der Long-Seite (Anfang April ´04) oder zu spät für den Ausstieg aus den Short-Positionen von Februar bzw. Ende April 2004. Um also ein funktionierende Handelssystem aus GDL aufzubauen, werden Filter (z.B. Trendstärke) und schnelle Ausstiegssignale (z.B. kürzere GDL) benötigt.
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