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Charttechnik: Trendumkehr - Trendumkehrformationen: jeder Trend ist einmal vorbei.Charttechnik: Trendumkehr

Trendumkehrformationen: jeder Trend ist einmal vorbei.



Die Schulter - Kopf - Schulter - Formation

Die vielleicht bekannteste (und statistisch betrachtet auch eine der sichersten) aller Formationen der Charttechnik ist sicher die Schulter- Kopf- Schulter- Formation (SKS-Formation, ich nenne sie meistens nur Kopf-Schulter). Diese Formation tritt in ihrer reinsten Form sehr selten auf, ist dann aber fast hundertprozentig sicher in ihrer Aussage.

Die SKS-Formation besteht aus einem ersten Top (linke Schulter), einem zweiten, höheren Top (Kopf) und einem dritten Top, welches etwa die Höhe des ersten Tops haben sollte, also unter der Höhe des Kopfes bleibt. Zwischen den Tops fällt der Kurs immer auf die so genannte Nackenlinie zurück. Der Umsatz sollte in den beiden Schultern niedriger sein als im Kopfbereich.

Nach der rechten Schulter fällt der Kurs unter die Nackenlinie, erfährt in ca. 50% aller Fälle einen Pull-Back, bevor dann ein scharfer Kurseinbruch erfolgt.

Das Kursziel einer SKS-Formation »errechnet« man am besten grafisch: in einem logarithmischen Chart ermittelt man die Strecke zwischen Kopf und Nackenlinie. Diese Strecke wird der Kurs nun unter der Nackenlinie nochmals zurücklegen um den Zielkurs zu erreichen.

Meiner Meinung nach wichtig: man sollte einen logarithmischen Chart verwenden! Es kann sonst vorkommen, dass bei extremen Bewegungen in einem absoluten Chart negative Kursziele entstehen. Und während man auf diese Bewegung wohl vergeblich warten wird, dürfte der Zielkurs im absoluten Chart bereits erreicht sein.

Lufthansa mit SKS-Formation
Lufthansa mit SKS-Formation

Man muß schon etwas suchen, um eine so perfekte Schulter - Kopf - Schulter wie im Schaubild oben zu finden. Die Nackenlinie ist tatsächlich waagrecht, die beiden Schultern sind gleich hoch, es kommt zum Pullback an die Nackenlinie und das Kursziel wird perfekt erreicht. Auch die Umsätze sind so, wie sie sein sollen. Die Realität zeigt in den seltensten Fällen ein so exaktes Bild.

Die inverse Schulter - Kopf - Schulter - Formation

Die umgekehrte Schulter - Kopf - Schulter - Formation kündigt steigende Kurse nach einem Abwärtstrend an. Auch sie ist fast 90 - prozentig sicher in ihrer Aussage.

Siemens mit inverser Schulter - Kopf - Schulter
Siemens mit inverser Schulter - Kopf - Schulter

Im Beispiel oben ist die Formation in sehr kurzer Zeit entstanden und hat eine sehr starke Ausprägung. Ein klassischer Pullback fehlt, das Kursziel wird in kürzester Zeit perfekt erreicht. Die Umsätze zeigen einen sehr starken Anstieg in der linken Schulter (Sell-Out), Kopf und rechte Schulter zeigen deutlich geringere Umsätze bei stark steigenden Kursen.

Doppelt getestet hält nicht besser: das Doppeltop

Das Doppeltop ist ebenfalls eine sehr sichere Formation der Charttechnik. Ein neuer Höchststand wird zweimal erfolglos getestet. Dazwischen verharrt der Wert für mind. einen Monat mindestens 10% unter der oberen Widerstandslinie. Nach dem zweiten Anlauf fällt der Kurs unter die »Nackenlinie«, es kann daraufhin einen »pullback« geben, bevor der Kurs endgültig zusammenbricht.

Doppeltop bei Citicorp
Doppeltop bei Citicorp

Im Beispiel oben kann man erkennen, dass die Formation sehr sauber ausgebildet ist, in diesem Falle wurden sogar sieben Monate für die Vollendung benötigt. Interessant und typisch sind die beiden Umsatzspitzen bei den Höchstkursen und der relativ ruhige Handel in der restlichen Zeit.

Der Doppel-Boden

Der Doppel-Boden erfreut uns hingegen mit zu erwartenden Kursanstiegen. Auch hier ist die Zeit und die Höhe der Kursausschläge zu beachten!

INTEL mit Doppel-Boden
INTEL mit Doppel-Boden

Bei der INTEL-Aktie war der Ausgang ebenfalls wieder offen. Es könnte zu einem Pullback an die Linie bei ca. 145,- kommen, es kann aber auch gleich der erwartete Anstieg bis über 160,- beginnen. Die Zeit wird zeigen, was aus dieser Formation wurde!

Die Zeit hat die Formation bestätigt! Der erste Halt war bei 180,- und die 240,- wurden ohne größeren Widerstand bis Ende Dez. 1998 erreicht.

Weiterführende Literatur

Nicht gerade ein billiges Buch, aber wer schon immer mal wissen wollte, mit welcher Trefferquote man bei einer Schulter- Kopf- Schulter rechnen kann, der sollte dieses endlich auch in Deutsch verfügbare Buch gelesen haben. Fast noch wichtiger ist jedoch: wie identifiziere ich denn diese Formationen, die in der allgemeineren Literatur meist nur zu oberflächlich dargestellt werden? Nach ein- oder zwei erfolgreichen umgekehrten Schulter- Kopf- Schulter Formationen hat sich das Buch sicher bezahlt gemacht!



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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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