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Der Aktien-Chart
Arten der Kursdarstellung, Grafische Kursverläufe
Für jeden Zweck der richtige Aktien-Chart

Ein Chart ist hierbei ein Diagramm, das den Kursverlauf des Wertpapiers über einen bestimmten Zeitraum darstellt. Der hierbei verwendete Zeitraum ist prinzipiell frei wählbar. Neben dem Zeitraum ist auch die Intervalleinteilung entscheidend, am häufigsten sind Unterteilungen in: Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten und so genannte Ticks (jede einzelne Kursveränderung), wobei die letzteren drei lediglich für das Intraday-Trading interessant sind. Die vertikale Achse der Charts wird je nach Zweck und Eignung entweder linear oder logarithmisch dargestellt. Letztere haben den Vorteil, das gleiche vertikale Abstände gleichen prozentualen Veränderungen entsprechen. Lineare Charts mit großer Differenz zwischen minimalem und maximalem Kurswert oder Charts über lange Zeiträume sind im unteren Bereich sehr eng und glatt, und im oberen Bereich sehr breit und zerklüftet.
Linienchart (die einfachste Darstellung für Aktien-Charts)

Die einfachste Chart-Darstellung ist sicher der »normale« Linienchart. Für jeden gewünschten Zeitraum werden die Kurse (meist Kassa oder Schlußkurs) mit einer Linie verbunden. Man erhält eine leicht verständliche und übersichtliche Darstellung des Kursverlaufs.
Vorteilhaft ist diese Darstellung bei sehr langen Zeiträumen, da bei diesen Betrachtungen Höchst- und Tiefstkurse meist nur untergeordnete Bedeutung haben und aufgrund der Skalierung des Charts meist auch nicht gesondert sichtbar wären. Bei kürzeren Zeiträumen sieht man im Linienchart zwar den »wichtigsten« Kurs, nämlich den Close-Kurs, die Informationen zum Open, High und Low fehlen aber völlig. Gerade High und Low können für die Ermittlung von Unterstützung und Widerstand sehr wichtig sein. Bei kurzfristigen Betrachtungen ist der Linienchart also mit Vorsicht zu genießen.
Balken- oder Bar-Chart


Als »ChartTec.de« 1998 in´s Leben gerufen wurde, waren Balkencharts noch der Standard bei der professionellen Chartdarstellung, während die frei zugänglichen Charts im Internet meist noch Liniencharts waren. Der große Vorteil dieser Chartdarstellung gegenüber den Liniencharts liegt in der Tatsache, dass der Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlußkurs auf einen Blick zu erkennen ist. So enthält man auf einen Blick erheblich mehr Informationen als beim Linienchart.
Der Eröffnungskurs der Periode (Tag, Monat, Jahr, Stunde, Minute) wird durch eine waagrechte Markierung links des Balkens dargestellt, der Schlußkurs durch die Markierung rechts. Diese Einstellung eignet sich weit besser zur Darstellung von Trendkanälen, da meist gerade die Höchst- und Tiefstkurse den Trendkanalrand bilden und nicht der Close-Kurs!


Mittlerweile Standard bei der Chartdarstellung ist der »Candlestick«- oder »Kerzen-Chart«. Bei dieser Darstellung erhält man grundsätzlich die gleichen Informationen wie im Balken-Chart, man erkennt jedoch sofort an der Farbe des »Kerzenkörpers«, wie die Richtung des Kurses innerhalb der Periode war. Traditionell zeigt eine weiße Kerze, dass der Kurs vom Open zum Close anstieg und eine schwarze (bzw. gefüllte) Kerze, dass der Kurs vom Open zum Close hin fiel.
Da sich auf den ersten Blick die Richtung der Kursbewegung erkennen läßt, entwickelten sich fest definierte »Formationen«, die eine Aussage über die zu erwartende Bewegung zulassen. Diese Formationen ist der Bereich »Candlesticks« meiner Seite gewidmet.
Point & Figure - Chart

Point & Figure-Charts sind auf den ersten Blick sehr gewöhnungsbedürftige Charts, da ihnen, im Gegensatz zu den anderen besprochenen Chartdarstellungen, die Zeitachse fehlt. Während also bei einem Kerzenchart jede Kerze einer Zeiteinheit entspricht, fehlt diese Information im klassischen Point & Figure- Chart gänzlich. Statt dessen konzentriert sich der Point & Figure-Chart alleine auf »Preis« und »Trend«. Dies wird erreicht, in dem beim Point & Figure - Chart alle Bewegungen, die gegen den herrschenden Trend verlaufen, so lange ignoriert werden, bis ein bestimmter Schwellwert erreicht wird. Erst dann wird der aktuelle Trend (die aktuelle X- oder O-Säule) beendet und eine neue Säule wird gezeichnet.
Der wirklich große Vorteil dieser Chartdarstellungsart liegt darin, dass das so genannte »Rauschen des Marktes«, also kurze Gegenbewegungen, gefiltert werden und nur die übergeordneten Trends sichtbar werden.
Den Point & Figure-Charts ist auf meiner Seite ebenfalls eine eigene Artikelserie gewidmet, die sich mit der Berechnung dieser wirklich interessanten Charts beschäftigt.
Zusammenfassung
Die hier vorgestellten Chartdarstellungsarten haben alle ihren Sinn und ihre Berechtigung und man sollte sich mit all diesen Darstellungsformen vertraut machen. Auch eher selten verwendete Charts wie der Point&Figure sind für gewisse Aufgaben sehr gut geeignet. Bei der Skalierung empfehle ich auf jeden Fall die logarithmische Variante. Bei kurzen Zeiträumen oder wenig volatilen Werten kann man durchaus auch die absolute Skalierung wählen, ansonsten macht die logarithmische Variante einfach mehr Sinn.
Hierzu aber mehr im nächsten Artikel.
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