Der Aktienchart, Basis der technischen Analyse

Arten der Kursdarstellung


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Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Arten der grafischen Kursdarstellungen entwickelt. Man verwendet für jeden Zweck im Aktienchart natürlich die am besten passende Darstellung der Kursverläufe.



 Folgende Definition findet man in der Wikipedia:

Ein Chart ist hierbei ein Diagramm, das den Kursverlauf des Wertpapiers über einen bestimmten Zeitraum darstellt. Der hierbei verwendete Zeitraum ist prinzipiell frei wählbar. Neben dem Zeitraum ist auch die Intervalleinteilung entscheidend, am häufigsten sind Unterteilungen in: Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten und so genannte Ticks (jede einzelne Kursveränderung), wobei die letzteren drei lediglich für das Intraday-Trading interessant sind. Die vertikale Achse der Charts wird je nach Zweck und Eignung entweder linear oder logarithmisch dargestellt. Letztere haben den Vorteil, das gleiche vertikale Abstände gleichen prozentualen Veränderungen entsprechen. Lineare Charts mit großer Differenz zwischen minimalem und maximalem Kurswert oder Charts über lange Zeiträume sind im unteren Bereich sehr eng und glatt, und im oberen Bereich sehr breit und zerklüftet.

Linienchart (die einfachste Darstellung für Aktien-Charts)


Einfacher Linienchart
Einfacher Linienchart
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Die einfachste Chart-Darstellung ist sicher der »normale« Linienchart. Für jeden gewünschten Zeitraum werden die Kurse (meist Kassa oder Schlußkurs) mit einer Linie verbunden. Man erhält eine leicht verständliche und übersichtliche Darstellung des Kursverlaufs.

Vorteilhaft ist diese Darstellung bei sehr langen Zeiträumen, da bei diesen Betrachtungen Höchst- und Tiefstkurse meist nur untergeordnete Bedeutung haben und aufgrund der Skalierung Lexikon des Charts meist auch nicht gesondert sichtbar wären. Bei kürzeren Zeiträumen sieht man im Linienchart zwar den »wichtigsten« Kurs, nämlich den Close-Kurs, die Informationen zum Open Lexikon, High und Low fehlen aber völlig. Gerade High und Low können für die Ermittlung von Unterstützung und Widerstand sehr wichtig sein. Bei kurzfristigen Betrachtungen ist der Linienchart also mit Vorsicht zu genießen.

Balken- oder Bar-Chart


Balken bzw. Bar-Chart
Balken bzw. Bar-Chart
Kursdaten: Lenz + Partner AG


Aufbau eines Bars
Aufbau eines Bars
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Als »ChartTec.de« 1998 in´s Leben gerufen wurde, galten Balkencharts noch als bevorzugte Basis der technischen Analyse und als »professionelle« Chartdarstellung, während die frei zugänglichen Charts im Internet meist noch Liniencharts waren. Der große Vorteil dieser Chartdarstellung gegenüber den Liniencharts liegt in der Tatsache, dass der Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs auf einen Blick zu erkennen ist. So enthält man auf einen Blick erheblich mehr Informationen als beim Linienchart.

Der Eröffnungskurs Lexikon der Periode (Tag, Monat, Jahr, Stunde, Minute) wird durch eine waagrechte Markierung links des Balkens dargestellt, der Schlusskurs durch die Markierung rechts. Diese Einstellung eignet sich weit besser zur Darstellung von Trendkanälen, da meist gerade die Höchst- und Tiefstkurse den Trendkanalrand bilden und nicht der Close-Kurs!


Candlestick-Chart, heute Standard für einen Börsen-Chart
Candlestick-Chart, heute Standard für einen Börsen-Chart
Kursdaten: Lenz + Partner AG


Aufbau eines Candles
Aufbau eines Candles
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Mittlerweile Standard bei der Chartdarstellung ist der »Candlestick«- oder »Kerzen-Chart«. Bei dieser Darstellung erhält man grundsätzlich die gleichen Informationen wie im Balken-Chart, man erkennt jedoch sofort an der Farbe des »Kerzenkörpers«, wie die Richtung des Kurses innerhalb der Periode war. Traditionell zeigt eine weiße Kerze, dass der Kurs vom Open Lexikon zum Close anstieg und eine schwarze (bzw. gefüllte) Kerze, dass der Kurs vom Open Lexikon zum Close hin fiel.

Da sich auf den ersten Blick die Richtung der Kursbewegung erkennen läßt, entwickelten sich fest definierte »Formationen«, die eine Aussage über die zu erwartende Bewegung zulassen. Diese Formationen ist der Bereich »Candlesticks« Lexikon meiner Seite gewidmet.

Point & Figure - Chart


Point & Figure-Chart
Point & Figure-Chart
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Point & Figure-Charts sind auf den ersten Blick sehr gewöhnungsbedürftige Charts, da ihnen, im Gegensatz zu den anderen besprochenen Chartdarstellungen, die Zeitachse fehlt. Während also bei einem Kerzenchart jede Kerze einer Zeiteinheit entspricht, fehlt diese Information im klassischen Point & Figure- Chart Lexikon gänzlich. Statt dessen konzentriert sich der Point & Figure-Chart alleine auf »Preis« und »Trend«. Dies wird erreicht, in dem beim Point & Figure - Chart Lexikon alle Bewegungen, die gegen den herrschenden Trend verlaufen, so lange ignoriert werden, bis ein bestimmter Schwellwert erreicht wird. Erst dann wird der aktuelle Trend (die aktuelle X- oder O-Säule) beendet und eine neue Säule wird gezeichnet.

Der wirklich große Vorteil dieser Chartdarstellungsart liegt darin, dass das so genannte »Rauschen des Marktes«, also kurze Gegenbewegungen, gefiltert werden und nur die übergeordneten Trends sichtbar werden.

Den Point & Figure-Charts ist auf meiner Seite ebenfalls eine eigene Artikelserie gewidmet, die sich mit der Berechnung dieser wirklich interessanten Charts beschäftigt.

Zusammenfassung

Die hier vorgestellten Chartdarstellungsarten haben alle ihren Sinn und ihre Berechtigung und man sollte sich mit all diesen Darstellungsformen vertraut machen. Auch eher selten verwendete Charts wie der Point&Figure Lexikon sind für gewisse Aufgaben sehr gut geeignet. Bei der Skalierung Lexikon empfehle ich auf jeden Fall die logarithmische Variante. Bei kurzen Zeiträumen oder wenig volatilen Werten kann man durchaus auch die absolute Skalierung Lexikon wählen, ansonsten macht die logarithmische Variante einfach mehr Sinn.
Hierzu aber mehr im nächsten Artikel.

Älteste bekannte Version der Seite: 04.10.1999
Letzte Überarbeitung der Seite: 17.10.2017




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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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