Über den Ausstieg wird verdient

Exit Strategien


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Im Internet und in der Literatur wird meistens über die besten Einstiegsstrategien diskutiert und in den allermeisten Fällen wird das Thema »Ausstieg« nur am Rande betrachtet. Wenn man jedoch die eigenen Trades analysiert wird man feststellen, dass die Performance selten über den Einstieg zustande kommt, sondern dass der Ausstieg über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.



In den folgenden drei Beispielen kann man sehen, dass der Einstieg in den seltensten Fällen entscheidend ist. Erst ein gut getroffener Ausstiegspunkt entscheidet letztendlich, ob im Depot Lexikon ein Plus oder Minus zu verzeichnen ist.


Chart: Korrektes Signal, trotzdem ein Verlust
Chart: Korrektes Signal, trotzdem ein Verlust
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Im ersten Beispiel ist aus einem Handelssystem ein Kaufsignal für eine Short-Position abgebildet. Nach dem Signal (1) fällt die Aktie zunächst auch leicht in die prognostizierte Richtung und es wird sogar ein neues tieferes Tief ausgebildet. Den Ausstieg im Punkt (2) zu erwischen ist unmöglich, schließlich wird hier das Short-Signal sogar bestätigt. Über dem Niveau von Punkte (3) läuft die Short-Position dann wieder in den Verlustbereich. Wer den Ausstieg aus der Short-Position nicht schafft, vernichtet viel Kapital auf dem Weg in Richtung (4). Obwohl das Kaufsignal für die Short-Position in Punkte (1) an sich in Ordnung war, dürfte im Depot Lexikon ein Minus übrigbleiben: mit einem guten Stop-Loss Lexikon ein kleiner Verlust, ohne Stop-Loss Lexikon ein echtes Problem!


Chart: Fehlsignal mit geringem Verlust oder gutem Gewinn
Chart: Fehlsignal mit geringem Verlust oder gutem Gewinn
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Im zweiten Beispiel haben wir ein Fehlsignal bei (1). Wir bekommen einen Einstieg auf der Long-Seite signalisiert aber die Position läuft sofort in´s Minus. Wenn man bei (2) ausgestoppt wird, realisiert man einen kleinen Verlust. Liegt das Stop-Loss Lexikon tiefer, also z.B. in der Nähe der Tiefs von Mai oder Juli bleibt man im Engagement und nimmt die Bewegung bis (3) mit. So wird aus einem Fehlsignal beim Einstieg ein Gewinn-Trade.


Chart: Korrektes Signal mit geringem Gewinn oder großem Verlust
Chart: Korrektes Signal mit geringem Gewinn oder großem Verlust
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Im dritten Beispiel ein absolut korrektes Kaufsignal für eine Short-Position zum Zeitpunkt (1). Von EUR 13,- verliert der Wert zunächst bis EUR 10,50 an Boden. Den Ausstieg beim Tiefpunkt in (2) kann man wohl nicht punktgenau realisieren und der rasante Anstieg von EUR 10,50 bis EUR 12,50 in einer Woche dürfte viel Performance kosten. Ein nach »üblichen Regeln gut platziertes« Stop-Loss Lexikon dürfte so um die EUR 12,25 liegen. Wer aber den Ausstieg auf diesem Niveau verpasst und erst bei (3) oder (4) aussteigt, dürfte im Depot Lexikon ein Problem haben.


Zusammenfassen kann man also festhalten: der EINSTIEG war in allen drei Fällen nicht das ausschlaggebende Kriterium! Einzig der Ausstieg entschied, ob ein Trade im Plus oder Minus endete. Der Ausstieg verdient also definitiv mehr Aufmerksamkeit bei der Planung eines Trades.

Und trotzdem wird bemerkenswerterweise in den meisten Trading-Ansätzen, z.B. in Büchern oder Fachartikeln, immer und immer wieder das Hauptaugenmerk darauf verwendet, den Einstieg zu perfektionieren...

Älteste bekannte Version der Seite: 19.06.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 29.09.2017




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