Der Artikel ´Die Konstruktion des Point & Figure Charts´ wird geladen.
Die Konstruktion des Point & Figure Charts
Kein X für ein O vormachen
Wie wird ein Point & Figure Chart gezeichnet?
Achtung: Sie sollten den Artikel »Einleitung« bereits gelesen haben um den Aufbau der Charts nachvollziehen zu können.

Die Skalierung
Ich verwende im Beispiel eine Skalierung nach Chartcraft-Standard und ein »reversal« von drei Kästchen
Wichtig hierbei: bis 5.000 Punkte ist die »box-size« 50 Punkte, ab 5.000 Punkte beträgt die »box-size« 100 Punkte! Auch ich empfinde den Bruch bei 5.000 natürlich als gewöhnungsbedürftig, aber man kann damit leben! Schließlich wird so eine quasi logarithmische Skalierung simuliert.

Die Monatskennzahl
Mit der »11« im Chart wird die erste »X«-Box gekennzeichnet, die im November gezeichnet wurde. In diesem Falle wurde am 02.11.2001 eine neue »box« durch das Hoch bei 4.658 Punkten ausgelöst. Es wäre aber auch durchaus denkbar, dass die erste »box« erst Mitte des Monats gezeichnet wird. Die Monatskennzahl gibt also NICHT den Open- Kurs des Monatsanfangs an! Über die Monatskennzahl wird also die Zeitachse wieder eingeführt.

Ausgangssituation
Nach einem Kursrückgang bis 4.457 Punkten (31.10.01) kommt es zu einem Kursanstieg, der bis 5.005 Punkte reicht (08.11.01). Diese Bewegung stellt die erste grüne Säule dar.
Ein erneuter Kursrückgang bis 4.648 Punkte (12.11.01) ergibt die rote »O«-Säule.
Danach steigt der DAX bis 5.047 Punkte an und erzeugt die zweite grüne Säule. Dies ist der Höchstkurs des DAX am 14.11.2001 und damit unsere Ausgangsbasis.

Die Alternativen
Welche Möglichkeiten hat der DAX nun für die weitere Entwicklung?
Die einfachste Entwicklung ist, dass der DAX einfach weiter kontinuierlich steigt. Der letzte Höchstkurs lag bei 5.047 Punkten. Damit ist das »X« in der Zeile mit der 5.000 gezeichnet, nicht jedoch in der 5.100- Punkte- Zeile.
Damit die nächste »box« bei 5.100 ausgefüllt wird, muß der DAX auf einen Höchstkurs über 5.099,99 Punkte ansteigen.

Wichtig zu wissen
In einem Aufwärtstrend ist es völlig egal, wo der Tiefpunkt eines Tages liegt, solange der Hochpunkt höher liegt als der Vortag!
Der Chart links könnte also durchaus mit einem Tageshoch bei 5.100 Punkten und einem darauf folgenden Einruch auf 4.800 Punkte einhergehen. Solange das heutige Hoch in einer »X«-Säule höher ist als das Hoch am Vortag, werden Low und Close völlig ignoriert! Die meisten Chartsoftware- Programme beachten dies NICHT!

Trendwende
Vom letzten Hoch bei 5.047 aus kann der DAX die 5.100 nicht erreichen, sondern fällt zunächst. Da wir mit einer »box-size« von 50 arbeiten und ein »three-point-reversal« einsetzen, muß der Kurs also unter 4.850,01 fallen, damit überhaupt etwas gezeichnet wird!
Erst wenn der DAX ein »three-point-reversal« erfährt, also um mindestens drei Kästchen fällt, gibt es eine neue »O«-Säule!

Zusammenfassung
Abschließend kann man festhalten:
Kästchen werden nur gefüllt, wenn die komplette »box« durchschritten wurde. Im Aufwärtstrend muß der Kurs nach oben die »box« durchschreiten, im Abwärtstrend nach unten. Zwischenwerte werden ignoriert!
Trendwenden werden in einem Point & Figure - Chart mit einem »reversal« von drei Boxen nur eingezeichnet, wenn tatsächlich drei komplette Kästchen gefüllt werden können.
Merke:
- Solange im Aufwärtstrend neue Hochs entstehen, werden Low und Close ignoriert.
- Solange im Abwärtstrend neue Tiefs entstehen werden High und Close ignoriert!
Genau betrachtet sind P&F-Charts vermutlich die Charts, die von Hand (also ohne Computerprogramm) am einfachsten und schnellsten zu zeichnen sind. Sie sind hervorragend geeignet um übergeordnete Trends zu identifizieren und eindeutige Kauf- und Verkaufsignale zu erzeugen. Je nach »box-size« und »reversal« können sie sowohl für den Langfristanleger (große »box-size« und »reversal«) wie auch für den Kurzfrist-Zocker (kleine »box-size«, kleines »reversal«) geeignet sein.
Weiterführende LiteraturBei diesem Buch befinde ich mich eigentlich in einem Zwiespalt. Auf der einen Seite ist es der einzige ernstzunehmende Ratgeber für die Verwendung und Interpretation von Point and Figure-Charts. Andererseits kann man man eigentlich nur 128 von 311 Seiten verwenden, falls man kein Abonnement für Dorsey´s Internetseite haben sollte. Ab Seite 129 wird nämlich nur noch auf die hervorragenden Langfristindikatoren eingegangen, die man leider wirklich nur bei Dorsey erhält (und sich auch nicht ohne Weiteres selbst nachbilden kann!)Ich persönlich finde das Buch mit den genannten Abstrichen jedoch sehr gut und habe mir auch das nicht gerade billige Abo bei Dorsey zugelegt. |
Weiterführende Links:
Diesen Artikel twittern










