Trailing Stop (Börsenlexikon)

Die automatisch nachgezogene Stop-Loss-Order


verkauf, stop-loss, trailing stop, performance, orderart

Was ist ein Trailing Stop eigentlich? Bei einer Trailing Stop Order Lexikon handelt es sich um eine automatisch nachgezogene Stop-Loss-Order. Diese Orderart, die von den meisten Brokern angeboten wird, sichert durch eine gemeinsam mit den Kursen ansteigenden Stop-Loss-Order aufgelaufene Gewinne ab. Der Automatismus hat gleich zwei wichtige Vorteile: man vergisst nicht das Stop-Loss Lexikon regelmäßig anzupassen und man kommt auch nicht in Versuchung, einen eigentlich nötigen Verkauf aus verschiedensten Gründen (Zeitmangel, Unentschlossenheit) schlussendlich nicht durchzuführen.



Ein Trailing Stop kann, sofern der Broker Lexikon dies anbietet, mit einem prozentualen oder einem absoluten Abstand von den festgestellten Kursen abgegeben werden. Ein einfaches Beispiel: eine vorhandenen Long-Position wird mit einem prozentualem Trailing Stop von zehn Prozent erfasst. Mit jedem neuen Höchstkurs der Aktie wird nun die Trailing Stop Order Lexikon so angepasst, dass das schlussendlich relevante Stop-Loss-Limit 10% unter dem jeweiligen neuen Höchstkurs platziert wird. Die Position wird damit so lange gehalten wie sie ansteigt und verkauft, wenn die Aktie sich mehr als 10% vom Top nach unten bewegt. Das Trailing Stop beherzigt also in perfekter Weise die Regel: »Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen«.

Beispiel für einen Trailing Stop

Im Chart Lexikon unten kann man gut erkennen, wie ein Trailing Stop schematisch(!) funktioniert(*)
Die Position wird bei 8,50 Euro eröffnet, das erste Stop-Loss Lexikon liegt um die 7,50 Euro. Die Kurse steigen nun zügig bis rund 10,50 Euro an und das Stop-Loss Lexikon wird automatisch bis 9,70 Euro nachgezogen. Es erfolgt eine erste kleine Bewegung, die die Position aber nicht gefährdet. Bei 12,60 Euro folgt eine weitere Seitwärtsbewegung, die das Trailing Stop bei rund 11,50 Euro längere Zeit gefährdet. Aber erst nach dem Hoch bei 14,50 Euro und der folgenden Korrektur wird das Trailing Stop bei rund 13,30 Euro ausgelöst und als unlimitierte Verkaufsorder »bestens« ausgeführt. Zwischen Kauf im August und Verkauf im Oktober hat der Anleger nichts tun müssen als zuzusehen.
Stellt sich die Frage: hätte der Anleger die Stop-Loss-Order manuell auch in dieser Art und Weise nachgezogen? Wäre die Position bei den beiden kleinen Korrekturen Anfang September und Anfang Oktober eventuell überstürzt zu früh verkauft worden? Wäre zum richtigen Verkaufszeitpunkt bei 13,30 Euro manuell verkauft worden oder hätte man zu viel Gewinn wieder abgegeben?

(*) beim eingezeichneten Trailing Stop handelt es sich nicht um einen Trailing Stop, wie er bei Online-Brokern angeboten wird. Statt dessen handelt es sich um einen volatilitätsabhängigen Trailing Stop, der nur in einem meiner Handelssysteme Lexikon verwendet wird. Daher ist das Beispielbild auch nur als Illustration zu verstehen.


Trailing Stop beispielhaft dargestellt
Trailing Stop beispielhaft dargestellt
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Beispiel für ein nachgezogenes Stop-Loss

Zur Erläuterung: ATR(21) ist die Average True Range der letzten 21 Zeiteinheiten. Dieser Indikator ist in MetaStock vorprogrammiert.

{Script for MetaStock 7.0+}
{Open Source: Veröffentlichung bitte nur inkl. Kommentaren}
{Automatischer Trendkanal Lexikon, entwickelt von Claus Lampert / www.charttec.de}
{Open source: for free publishing please include comments}
{Automatic Trendchannel, developed by Claus Lampert / www.charttec.de}
CTStopToday:= L- 2.5*ATR(21 );
CTLOW:=If(Ref(L,-1)PREV, CTStopToday, PREV));
CTLOW;
{end]


Kurz zur Berechnung: für jede Zeiteinheit wird die Größte der folgenden drei Spannen verwendet (jeweils ohne Vorzeichen):
  • Heutiges High zum gestrigen Low
  • gestriges Close zum heutigen High
  • gestriges Close zum heutigen Low
Der ATR(21) ist der Durchschnitt dieser letzten 21 größten Spannen. Ich verwende den ATR(21) um das Stop-Loss Lexikon an die Volatilität des Wertes anzupassen.

Das Script macht nun folgendes: Zunächst wird festgelegt, dass das heutige Stop-Loss Lexikon beim 2.5 fachen des ATR(21) unter dem heutigen Tiefstkurs liegen würde. Danach wird überprüft, ob
  • das Stop-Loss Lexikon nach oben gezogen werden muss (Stop heute > bisheriges Stop-Loss) oder
  • das Stop-Loss Lexikon beibehalten wird oder
  • das Stop-Loss Lexikon gebrochen wurde (in diesem Falle wird ein neues Stop-Loss-Level 3 * ATR(21) unter dem aktuellen Low eingerichtet. Nur in diesem Falle geht die Stop-Loss-Linie nach unten!
Strategie:
Je nach Situation des Wertes (bereits erzielter Gewinn, Abstand zur Spekusteuer etc.) kann man sofort beim ersten Stop-Loss Lexikon verkaufen oder auf die zweite oder dritte Stop-Loss-Ebene warten. Ich verkaufe eigentlich immer beim ersten Signal!

Anpassungen:
Man kann sowohl die Länge des ATR anpassen (relativ geringe Verbesserung) wie auch den Abstand des Stop-Loss Lexikon zum Kurs (der Faktor 2.5 ist relativ willkürlich gewählt, entspricht aber z.B. meinen Gepflogenheiten.)

Weiterführende Links:

Orderzusatz »Trailing Stop« in der Wikipedia


FAQ

Frage: Warum sollte man, wenn möglich, ein Trailing-Stop einsetzen?

Antwort: Ein Trailing-Stop sichert eine offene Position ab, ohne dass man sich um die ständige Anpassung des Stop-Loss kümmern muss. Damit wird das Risiko deutlich gesenkt.

FAQ

Frage: Was ist ein Trailing-Stop?

Antwort: Ein Trailing-Stop ist eine limitierte Verkaufsorder, bei dem das Limit durch den Broker nach definierten Regeln angepasst wird. Damit werden z.B. aufgelaufene Gewinne abgesichert.

Älteste bekannte Version der Seite: 19.06.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 17.10.2017




© 1998 - 2017 by Claus Lampert Finanzinformationen / ChartTec.de
Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
Alle innerhalb des Internetangebotes genannten und ggf. durch Dritte geschützten Marken- und Warenzeichen bzw. Produktnamen unterliegen uneingeschränkt den Bestimmungen des jeweils gültigen Kennzeichenrechts und den Besitzrechten der jeweiligen eingetragenen Eigentümer.