Managed Accounts (Börsenlexikon)

Professionelle Vermögensverwaltung


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Unter dem Begriff »Managed Account« ist eine einzige Definition bekannt, die als urheberrechtlich geschützt und als allgemein geltend offiziell veröffentlicht wurde: die von Dr. Gerhard Merk, ein Diplom-Volkswirt, Diplom-Handelslehrer und Universitäts­professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik an der Universität Siegen. Dieser Begriffsbestimmung nach ist ein Managed Account eine »Geldanlage, bei der eine Bank die Einlagen der Kunden zwar selbst (buchhalterisch) verwaltet, jedoch bei einem anderen Institut führen lässt«. Dazu urteilt Dr. Gerhard Merk, dass »damit ein erhöhtes Risiko verbunden ist«.



Von den verschiedenen Anbietern von Managed Accounts werden ihre eigenen, dennoch mehr oder weniger dem Sinn nach gleich klingende, Erklärungen und Auslegungen dargelegt. Demnach ist ein Managed Account ein persönliches Konto (bzw. Handelskonto oder Depotkonto), das zwar von einem Vermögensverwalter professionell verwaltet und gehandelt, jedoch strikt nach den festen Vorgaben und Präferenzen des Kontoinhabers geführt wird. Er gibt zum Beispiel vor: den Anlagezeitraum, die bevorzugten Finanzprodukte und Marktsegmente, die von ihm erwünschte Rendite Lexikon, sowie die Höhe seiner Risikobereitschaft.

Der Inhaber des Managed Accounts wird regelmäßig zu von ihm gewählten Zeitpunkten per Kontoauszüge über Kontostand und Bewegungen auf dem Handelskonto informiert, wodurch ihm eine hohe Transparenz gewährleistet wird. Ihm steht zudem das Recht, zu jedem Zeitpunkt den Handel auf seinem Managed Account zu stoppen sowie sich sogar das gesamte Kapital (oder Teile davon) auszahlen zu lassen. Somit behält er die vollständige Verfügungsgewalt über das verwaltete Konto und Vermögen, während der Vermögensverwalter nicht einmal Überweisungen tätigen darf, sondern dank einer Handelsvollmacht lediglich befugt ist, Transaktionen durchzuführen.

Ein Managed Account kann theoretisch von jedem Anleger eröffnet werden, er muss nur bestimmte Bedingungen erfüllen. Die Anbieter erwarten, dass der Kontoinhaber einschlägige Börsen-Erfahrung und Kenntnisse hat. Außerdem geben die Vermögensverwalter vor, dass eine Mindesteinlage zwingend ist, wobei die Höhe von Anbieter zu Anbieter sehr stark abweicht. Während bei manchen ein Managed Account ab 20.000 € möglich ist, liegen die Grenzen bei anderen in den Bereichen ab 50.000 € und mehr. Handelt es sich um Managed Accounts von institutionellen Anlegern, kann als Mindesteinlage auch ein Betrag ab 500.000 € erforderlich sein.

Ein Managed Account wird von einem oder mehreren Account Manager verwaltet und sie müssen entsprechend vergütet werden. Zumal es um hohe Anlagewerte geht und die Manager entsprechend große Verantwortung zu tragen haben, sind deren Vergütungen auch hoch. Dabei wird ihre Arbeit abhängig vom erzielten Gewinn honoriert und daher als Erfolgs- bzw. Gewinnbeteiligung bezeichnet. So wie die Höhen der als Managed Accounts verwalteten Vermögen, liegen auch die erfolgsabhängigen Vergütungen in einem sehr hohen Bereich. Generell sind sie zweistellig und sehen bei manchen Anbietern beispielsweise wie folgt aus: »Gewinnbeteiligung 65 % Kunde / 35 % Management«.

Verwendet werden die Managed Accounts in den Marktsegmenten Devisen Lexikon, Futures Lexikon und anderen Derivaten vor allem von Anlegern, die daran partizipieren möchten, ohne jedoch selbst handeln zu müssen. Die professionellen Vermögensverwalter verwenden hierfür automatische computergestützte Handelssysteme Lexikon, wobei diese vom Inhaber des Managed Accounts ausgewählt werden dürfen. Im Rahmen des Risikomanagements wird im Handelssystem der vom Kontoinhaber vorweg definierte Drawdown (der maximale Wertverlust) eingegeben. Auch in Hedge-Fonds Lexikon investieren Anleger generell über Managed Accounts.

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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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