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Hedge-Fonds (Börsenlexikon) - Ertrag als oberstes GebotHedge-Fonds (Börsenlexikon)

Ertrag als oberstes Gebot



Das englische Wort »to hedge« bedeutet im eigentlichen Sinne, etwas einzugrenzen oder sich abzusichern. Hedge-Fonds allerdings mit besonders sicheren Anlageformen in Zusammenhang zu bringen ist mit Sicherheit zu kurz gegriffen. Wenn sich ein Investor nämlich gegen irgendein Risiko am Kapitalmarkt »hedged«, dann bedeutet dies, dass er dieses Risiko eliminieren möchte. Hedge-Fonds wiederum suchen in der Regel im Gegenteil gezielt Risiken, um durch Ausnutzung bestimmter Konstellationen am Kapitalmarkt oder durch komplizierte Anlage- und Börsenstrategien hohe Gewinne zu erzielen. Dabei gehen sie zum Teil erhebliche Risiken ein.
Wir wollen uns einige der beliebtesten Hedge-Fonds Strategien einmal genauer anschauen um herauszufinden, wie ein Hedge-Fonds funktioniert.
Es können fünf Hauptstrategierichtungen unterschieden werden, die sich wiederum in viele unterschiedliche Einzelstrategien aufteilen lassen.

Hedge Fonds - Strategien

Relative Value Strategien: Hedge-Fonds, die diese Strategie anwenden, setzen auf Kursabweichungen zwischen ähnlichen Wertpapieren (meist gleicher Wertpapierart). So werden z.B. überbewertete Wertpapiere verkauft und im Gegenzug relativ günstiger bewertete Wertpapiere gekauft. Erscheint Automobilaktie A als zu teuer und Automobilaktie B als zu billig, so wird A verkauft und B gekauft und auf eine Angleichung der Kurse spekuliert.

Event Driven: Hedge-Fonds, deren Strategie als »Event Driven« bezeichnet wird, wollen außergewöhnliche Ereignissen an den Finanzmärkten profitabel ausnutzen. Solche spezielle Ausnahmesituationen können beispielsweise Firmenzusammenschlüsse, Übernahmeversuche, Insolvenzen oder Restrukturierungsmaßnahmen bei börsennotierten Aktiengesellschaften sein.

Opportunistische Strategien: Hier versucht der Manager eines Hedge-Fonds durch bestimmte Signale getrieben und auf seine meist jahrelangen und überdurchschnittlich erfolgreiche Erfahrungen an den Kapitalmärkten bauend, bestimmte Marktentwicklungen zu antizipieren. Dies können sowohl volks- als auch betriebswirtschaftliche Entwicklungen und Besonderheiten sein, also einen gesamten Markt oder nur einen einzelne Titel treibende Faktoren. Volkswirtschaftlicher »Treibstoff« kann zum Beispiel die Zinsentwicklung oder die Devisenkursentwicklung einer Währung sein. Auf betriebswirtschaftlicher Ebene kann ein anstehender oder vermuteter Managerwechsels für starke Kursveränderungen sorgen.

Managed Futures: Hedge-Fonds mit dieser Strategie werden meist unter Anwendung eines oderer mehrer so genannter Handelssyteme gemanagt. Dabei werden vor allem Derivate bzw. Terminkontrakte eingesetzt um den diesen Finanzinstrumenten innewohnenden Hebel ausnutzen zu können. Dabei wird sowohl auf steigende aber auch auf fallende Kurse spekuliert und somit Kauf(Long)-Positionen als auch Verkaufs(Short)-Positionen eingegangen. Diese Strategie kommt sowohl bei Aktien, Anleihen, Indizes, als auch bei Währungen oder Rohstoffen (Commodities) zum Einsatz.

Multi Strategy: Bei einem Multi-Stategy-Ansatz eines Hedge-Fonds werden verschiedene der oben vorgestellten Strategien miteinander kombiniert. Dies geschieht in der Regel innerhalb eines Dachfonds. Die Strategie eines solchen Dachfonds ist es, durch die Auswahl geeigneter Zielfonds für die Investoren sowohl eine Risikostreuung als auch eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.

There is no free lunch on wallstreet

Natürlich gibt es auch bei Hedge-Fonds keine Traumrenditen ohne Risiko, auch wenn der Begriff »Hedge« dies wohl vorspiegeln möchte. So können natürlich auch Hedge-Fonds in gewaltige Schieflagen kommen:

Die Bear Stearns-Fonds »High Grade Structured Credit Strategies Fund« und »High Grade Structured Credit Strategies Enhanced Leverage Fund« hatten sich zum Beispiel am Immobilienmarkt verspekuliert und hierbei rund 20 Milliarden US-Dollar »Spielgeld« im Einsatz. Die Fondsmanager setzen bei den Immobilienpreisen auf steigende Preise und sinkende Renditen. Dies erwies sich jedoch als katastrophal falsche Strategie. Der Anleger sitzt nun auf den Verlusten und wundert sich.

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Dieser Text wurde im Auftrag von ChartTec.de durch den Dienstleister contendia.de erstellt.



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