Futures (Börsenlexikon)

Finanzterminkontrakte und Warenterminkontrakte


futures, kassapreis, sicherheitsleistung, kontrakt, margin

Bei einem Future Lexikon handelt es sich um einen verbindlichen Kontrakt (Börsenvertrag) zwischen zwei Parteien. Charakteristisch für einen Future Lexikon ist die verpflichtende Lieferung durch den Verkäufer oder aber die Annahme durch den Käufer. Der Vertragsgegenstand (auch Basiswert genannt) muss in einer bestimmten Qualität und Menge zu einem festgesetzten Termin sowie zu einem konkret vereinbarten Preis geliefert bzw. angenommen werden. Dadurch wird der Handel transparenter und hohe Handelskosten können vermieden werden. Bei den Basiswerten kann zwischen einem Financial Future Lexikon (Finanzterminkontrakte) und einem Commodity-Future Lexikon (Warenterminkontrakte) unterschieden werden.



Beim Abschluss eines Futures gibt es keine Kosten in Form von Prämien. Beide Parteien haben sowohl Rechte als auch Pflichten, weshalb ein Ausgleich zwischen Käufer und Verkäufer nicht notwendig ist. Generell müssen beide Parteien eine Vorschusszahlung, die so genannte Margin Lexikon, leisten, die als Sicherheitsleistung dient (auch »Initial Margin« genannt). Die Höhe dieser Vorschusszahlung beträgt nur einen geringen Teil des Basiswertes, kann allerdings je nach bestehenden Währungsschwankungen am Markt nach oben oder unten korrigiert werden. Diese Sicherheitsleistung kann entweder bar oder durch Hinterlegung in Staatsanleihen erfolgen und wird vor der Ausführung des Auftrags auf ein so genanntes Margin-Konto gezahlt.

Future-Kurse unterliegen an der Terminbörse der freien Preisbildung aus Nachfrage und Angebot. In der Regel bewegen sie sich mit dem tagesaktuellen Preis am Kassamarkt Lexikon (z. B. DAX Lexikon, EUR-USD, u. a.). Kassakurs Lexikon und Future-Preis entwickeln sich meist nicht weit auseinander, weshalb Future-Kontrakte Geschäfte mit risikolosem Gewinn sind. Der Wert eines Futures errechnet sich aus dem Kassapreis und den Bestandshaltungskosten (Zinsen, Versicherungs- und Lagerhaltungskosten). Über die gesamte Laufzeit werden die Bestandshaltungskosten geringer, so dass der Wert des Futures sich immer mehr an den Kassapreis annähert.

Da jeder Future-Kontrakt eindeutig definiert ist, besteht für alle Marktteilnehmer die Sicherheit einer Gleichbehandlung. An modernen Future-Märkten wird der größte Teil aller Kontrakte mit einem Gegenschäft erfüllt. Futures werden deshalb auch als Absicherung gegen unerwünschte Preisentwicklungen genutzt.

Schon im antiken Griechenland waren erste Termingeschäfte anzutreffen. So entwickelte sich der erste Future-Kontrakt in der Landwirtschaft. Zur damaligen Zeit waren viele Griechen Olivenbauern und benötigen während Hitzeperioden Olivenpressen, da Oliven bei Hitze einfacher auszupressen sind. Diese konnten damals gemietet werden. Der Philosoph Aristoteles machte sich sein Wissen über eine bevorstehende länger anhaltende Hitzeperiode zu Nutzen. Er mietete alle Olivenpressen zu einem sehr günstigen Preis und vermietete sie während der tatsächlich eintretenden Hitzeperiode dann zu einem höheren Preis an die Bauern. Der Gedanke dieser Futures hat seinen Ursprung im Bereich Versicherung. Dabei bleibt der entscheidende Faktor immer der gleiche: Eine festgelegte Ware wird in einer bestimmten Menge und Qualität zu einem fest vereinbarten Preis und Termin gekauft bzw. verkauft. Die formalen Verträge – also die Kontrakte – über derartige Geschäfte wurden erstmals im 19. Jahrhundert abgeschlossen. Sie dienten damals als Kreditversicherung gegenüber Banken.

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