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Eigenkapital (Börsenlexikon)
Eine der wichtigsten Bilanzpositionen

Eigenkapital
Eigenkapitalquote
Die sogenannte Eigenkapitalquote gibt an, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital des Unternehmens ist. Rechnerisch wird folgende Formel angewendet: Eigenkapitalquote in % gleich Eigenkapital geteilt durch Gesamtkapital. Die Eigenkapitalquote gilt als eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Kapitalkraft eines Unternehmens. Auch als Aktionär oder Investor sollte dieser Wert nicht außer Acht gelassen werden, denn die Eigenkapitalquote besagt viel über die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität eines Unternehmens aus. Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote haben eher die Möglichkeit Verluste oder Wirtschaftskrisen zu überwinden.
Wichtige Rolle für Banken
Seit einigen Jahren wird die im internationalen Vergleich geringe Eigenkapitalquote deutscher Klein- und mittelständischer Unternehmen (KMU) bemängelt. Gegenüber 40 % Eigenkapitalquote im europäischen Vergleich sind die durchschnittlich 20 % bundesdeutscher Unternehmen eher gering. Eine hohe Eigenkapitalquote spielt in der heutigen Zeit eine immer stärkere Rolle, denn Banken vergeben Kredite nur noch an Unternehmen die eine solide finanzielle Basis haben. Sollten Fremdkapital, Verbindlichkeiten und Schulden das Eigenkapital allerdings übersteigen, liegt eine schlechte Eigenkapitalquote vor. Eine Aktiengesellschaft kann ihr Eigenkapital durch Ausgabe von Aktien und durch Beteiligung von Kapitalgebern erhöhen.
Finanzierung mit eigenen Mitteln
Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote sind eher in der Lage Investitionen ohne Fremdkapital durchzuführen. Man spricht dabei von Eigenfinanzierung. Bei der Eigenfinanzierung handelt es sich um Investitionen einer Firma bei der eigene Mittel eingesetzt werden. Dies geschieht neben Abschreibungen auch durch die Bildung von Rücklagen und bedeutet, dass das Unternehmen die Investitionen aus den laufenden Gewinnen und den Cash Flow finanziert, ohne sich um einen Kredit oder sonstiges Fremdkapital bemühen zu müssen.
Abschreibungen bringen Vorteile
Die Abschreibungen sind bei den Unternehmen eine beliebte Form der Eigenfinanzierung und dienen dazu eine Investition »teilzufinanzieren«. Wenn eine solche Finanzierung über eine Rücklagenbildung erfolgt, bedeutet dies für den Aktionär weniger Transparenz, denn diese Eigenfinanzierung erfolgt über den Reingewinn des Unternehmens. Wird mit Rücklagen finanziert, dann heißt dies außerdem eine Investitionsfinanzierung über den Preis.
Vorteile gegenüber der Fremdfinanzierung
Auch wenn man eigenkapitalstarken Unternehmen argwöhnisch eine mangelnde Investitions- und Wachstumsbereitschaft nachsagen könnte, hat eine gute Eigenkapitaldecke vor allem bei der Unabhängigkeit von Fremdkapital ihre Vorteile. Denn im Vergleich zur Fremdfinanzierung, wo Investitionen durch die Aufnahme von Krediten oder Darlehen finanziert werden, muss eine Firma bei der Eigenfinanzierung keine Zinsen zahlen. Das hat somit eine bessere Liquidität für das Unternehmen zur Folge. Die Höhe des Eigenkapitals hat auf diese Form der Investitionsfinanzierung einen nicht unerheblichen Einfluss.
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