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Realtimekurse, Neartimekurse, Orderbuch - Unterschiede in der KursversorgungRealtimekurse, Neartimekurse, Orderbuch

Unterschiede in der Kursversorgung



Neartime-Kurse

Realtimekurse

Als Realtimekurse werden Kurslieferungen bezeichnet, die mit sehr geringer Verzögerung beim Kunden angeliefert werden. Je nach Anbieter liegt die Verzögerung im Bereich von Sekundenbruchteilen bis hin zu mehreren Sekunden. Unterschieden wird zwischen Pull-Kursen (Aktualisierung durch Mausklick des Anwenders) und Push-Kursen (automatische Aktualisierung ohne Zutun des Users). Realtimekurse im Pull-Verfahren werden mittlerweile standardmäßig bei Online-Brokern angeboten. Oftmals ist die Anzahl der Abfragen jedoch begrenzt. Realtime-Push-Kurse sind oft nur mit entsprechenden Abonnements erhältlich, da die Börsen für diese Informationen oft heftige Lizenzgebühren vom Datenlieferanten verlangen.

Orderbuch

Bei der Lieferung von Near- und Realtimekursen wird im Allgemeinen Geld-, Handels- und Briefkurs geliefert, zumdem das angefragte und angebotene Volumen sowie das Umsatzvolumen der getätigten Trades ( »Orderbuch Level -1-« ). Für das echte daytrading benötigt man aber eigentlich noch den Einblick in´s »Orderbuch Level -2-«, d.h. man bekommt z.B. nicht nur den höchsten Geldkurs mit Volumen angezeigt, sondern je nach »Orderbuchtiefe« z.B. auch die zehn folgenden Kauforders. Über das so genannte »Orderbuch-Reading« kann der geübte Trader sehr schnell feststellen, wo Unterstützung und Widerstand zu finden ist und wo die Kurse wohl hinlaufen werden. Professionelle Realtime-Kurse mit entsprechender Orderbuchtiefe schlagen schnell mit einem dreistelligen Euro-Betrag zu Buche, sollten beim Daytrader also entsprechend im Business-Plan berücksichtigt werden. Manche Regionalbörsen (z.B. die Börse Berlin / Bremen) kommen dem Anleger aber auch entgegen und bieten solche Features kostenlos an.

Was mich an manchen Diskussionen bezüglich der Bereitsstellung und Nutzung von Neartime- und Realtimekursen amüsiert ist die Tatsache, dass machmal die Meinung herrscht, man müsse die beste Kursversorgung nutzen, wolle dafür aber nichts bezahlen. Viele Anbieter von Realtimekursen im Pull-Verfahren müssen feststellen, dass die User Tools schreiben, die Mausklicks simulieren um quasi Push-Kurse zu erhalten. Dies führt dann dazu, dass die Anzahl der abfragbaren Kurse begrenzt werden. Wieder andere User bauen sich absonderliche Konverter um Daten von Yahoo oder ähnlichen Quellen zu verarbeiten und verschwenden für die Kursversorgung wertvolle Zeit, die mit Trading besser genutzt wäre.
Auch hier ist oft festzustellen, dass beim Einstieg in eine Position um jeden Cent gerungen wird (Realtime-Kurse mit Orderbuchtiefe ist Pflicht), im Verlauf des Trades aber jeder Geiz vergessen wird, d.h. da wird aus 20% Buchgewinn plötzlich 30% Buchverlust.

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Autor: Claus Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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