Der Trendbestätigungsindikator TBI

Trendbestätigung oder nicht?


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Der TBI Indikator spiegelt das Verhältnis zweier gleitender Durchschnitte unterschiedlicher Periodenlänge wider. Da gleitende Durchschnitte ja bekanntermaßen wichtige Signale durch Überschneidungen liefern können, vereinfacht der TBI Indikator die Lesbarkeit dieser GDL.



 Das sagt Börse Online zum Trendbestätigungsindikator:

Der Trendbestätigungsindikator (TBI) vergleicht einen kurzen und einen längeren gleitenden Durchschnitt miteinander. Dazu wird für jeden Tag der Quotient aus dem kürzerem und dem längeren Durchschnitt gebildet und durch 100 geteilt. Somit schwankt der Indikator um eine 100er-Signallinie. Notiert der kurzfristige über dem längerfristigen Durchschnitt, liegt der TBI unter 100 und umgekehrt. Die Periodenlänge des längeren Durchschnitts sollte stets das zwei- bis dreifache des kürzeren betragen (Standardeinstellung 18/38). Ein Kreuzen der 100er-Linie von oben (unten) liefert ein Verkaufssignal (Kaufsignal). Eine frühere Indikation erhält man, wenn der TBI (nachdem er einen Extrempunkt markierte) deutlich in die andere Richtung dreht.

Die Berechnung des TBI Indikators in MetaStock

Im TBI Indikator wird als erste Periode ein kurzer bis mittelfristiger GDL gewählt, die zweite Periodenlänge sollte doppelt bis dreifach so lange gewählt werden. Ich verwende im Beispiel einen TBI (18/38), sprich einen TBI mit einem 18-Tage und 38-Tage GDL.
    TBI(18/38):
tbi:= Mov(C,18,S) / Mov(C,38,S) * 100;
TBIA(18/38):
tbia:= mov((tbi - Ref(tbi,-5),3,s);


Die Signale des TBI Indikators

Die offensichtlichste Regel ist das Verlassen einer Extrem-Position, da hier oft die Trendwende sehr frühzeitig angezeigt wird. Wie bei allen Indikatoren Lexikon darf man sich aber nicht nur auf dieses eine Signal verlassen, sondern man muss noch andere Hinweise auf einen Trendwechsel suchen.


Einfache Kaufsignale aus dem TBI Indikator
Einfache Kaufsignale aus dem TBI Indikator
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Im Chart Lexikon oben sieht man das recht gute Ergebnis des TBI (18/38) am Beispiel des DAX Lexikon zwischen Juli 2004 und Februar 2005.

Das Signal wurde ausgelöst durch den oben erwähnten TBIA(18/38), der als rote Linie dargestellt wird. Bricht dieser nach unten durch die Null-Linie wird verkauft, steigt er über die Null-Linie an, wird gekauft. Die Verkaufssignale waren im Allgemeinen recht gut getimed, die Kaufsignale kamen etwas spät.
In der Literatur liest man oft, dass der Schnitt des TBI durch die Null-Linie (bzw. die Linie bei 100) als Signal gelten soll. Schneidet der TBI die Null-Linie nach unten (der kurzfristige GDL schneidet den langfristigen GDL nach unten) ist dies in der Literatur ein Verkaufssignal. Umgekehrt ist das Durchbrechen der Null-Linie ein Kaufsignal. Für meinen Geschmack kommen diese Signale viel zu spät.


Einfache Kreuzungsregel beim TBI Indikator
Einfache Kreuzungsregel beim TBI Indikator
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Im Beispiel oben zeigt sich, dass der TBI (18/38) nach dieser einfachen Kreuzungsregel mehrere Verkaufssignale zum falschen Zeitpunkt, nämlich viel zu spät, brachte. Umgekehrt droht dies in anderen Trendsituationen natürlich auch den Kaufsignalen. Sehr schnell ist man dann mehrere Male auf der falschen Seite positioniert.


DAX mit TBI Indikator
DAX mit TBI Indikator
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Die große Schwäche des TBI Indikators liegt in der Abhängigkeit von vorhandenen Trendbewegungen. Da der TBI auf gleitenden Durchschnittslinien basiert, hat er die gleiche Schwäche: in Seitwärtsbewegungen folgen viele Fehlsignale kurz aufeinander. Die Performance, die der TBI Indikator in starken Trends durchaus erreichen kann, werden in Seitwärtsbewegungen wieder vernichtet. Ein System, das auf dem TBI basieren soll, muss also die Trendstärke mit einbeziehen um nicht zu scheitern.

Älteste bekannte Version der Seite: 04.10.1999
Letzte Überarbeitung der Seite: 17.10.2017




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