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Die Geheimnisse des Relative Strength Index / RSI-Indikator
Relative Stärke Index nach Wilders

Vorab eine kurze Definition zum RSI-Indikator aus der Wikipedia:

Der Relative Strength Index oder Relative-Stärke-Index ist ein oszillierender Indikator und wurde von Welles Wilder entwickelt. Der Indikator wird mit RSI abgekürzt und gehört zu den am häufigsten verwendeten Indikatoren in der technischen Aktienanalyse.
Die Signale des Relative Strength Index (RSI)
In der Literatur werden üblicherweise für den Relative Strength Index (RSI) zunächst die Signale aus dem Erreichen einer überkauften oder überverkauften Zone genannt. Häufig liegen die als ertragreich bezeichneten Zonen über 70 (überkauft) und unter 30 (überverkauft.) Je nach Objekt, so meine Meinung, kann es aber auch sinnvoll sein, die Zonen anzupassen, und z.B. mit 80/20 oder 60/40 Zonen zu arbeiten.
Im ersten Chartbeispiel verwende ich für den Dow Jones eine 60/40 Einstellung. Ein Kaufsignal entsteht, wenn der Relative Strength Index (RSI) seine überverkaufte Zone (unter 40) nach oben verläßt, ein Verkaufsignal entsteht durch einen Ausbruch aus der überkauften Zone (über 60).

Im Chart oben erkennt man sehr gut, dass der Relative Strength Index (RSI) nur in Einzelfällen gute Signale liefert. Die Verkaufsignale kamen recht genau an den Kursspitzen, die Kaufsignale kamen jedoch meist viel zu früh und mitten in der Abwärtsbewegung. Ohne Stop-Loss wären signifikante Verluste im Depot die Folge.
Ich denke, dass es der falsche Weg wäre für den Einstieg bzw. Ausstieg ausschließlich die Signale aus dem Relative Strength Index (RSI) zu verwenden!
Eine zweite Interpretationsvariante, die duchaus erfolgversprechend ist, stellt die die Suche nach Konvergenzen (Gleichlauf) und Divergenzen (Gegenlauf) zwischen betrachtetem Objekt und Indikator dar.

Im Beispiel oben sehen wir drei Situationen, die recht gut zeigen, wie man Konvergenzen und Divergenzen zwischen dem RSI und dem betrachteten Objekt nutzen kann.
Im Punkt -1- sehen wir eine bearishe Konvergenz: der DOW JONES zeigt im Dezember zwei fallende Kursspitzen. Diese Abwärtsbewegung im Index wird durch eine Abwärtsbewegung im RSI bestätigt.
Im Punkt -2- haben wir zwischen Januar und März steigende Tiefstkurse im Index. Diese Aufwärtsbewegung wird durch eine bullishe Konvergenz im RSI bestätigt: dieser steigt ebenfalls mit steigenden Tiefstkurse an. In der Folge bildet sich ein Boden im Index heraus.
Im Punkt -3- sehen wir eine bearishe Divergenz: die beiden Höchstkurse des DOW Jones werden von sinkenden Höchstkursen im RSI begleitet: es bildet sich eine bearishe Divergenz heraus. In der Folge brechen die Kurse deutlich ein.
Hierzu jedoch gleich eine Warnung: in der Nachbetrachtung fallen solche Divergenzen deutlich leichter auf, als im aktuellen Chartverlauf.

Als Praxisbeispiel möchte ich mal folgende Idee von mir erwähnen:
Ich verwende im Beispiel einen Relative Strength Index (RSI) mit einer sehr kurzen Einstellung von nur drei Tagen, wobei ich für das System und die Darstellung dann den Zwei-Tages-Durchschnitt dieses Relative Strength Index (RSI) verwende (= ownrsi), da der ursprüngliche Indikator sonst zu viele Haken schlägt.
Ein Kaufsignal entsteht nun nach der folgenden Regel:
Wenn der Indikator in den letzten fünf Tagen die Zone unter 30 verlassen hat und, als zusätzlicher Filter, der Kurs aktuell höher liegt als der höchste Close-Kurs der letzten fünf Tage.
Ein Verkaufsignal entsteht, wenn der Indikator in den letzten fünf Tagen unter die 80´er-Marke gefallen ist und, als zusätzlich als Filter, der aktuelle Kurs tiefer liegt, als der tiefste Schlußkurs der letzten fünf Tage.
Wie man schon an den Pfeilen im Schaubild erkennen kann, wäre mit diesem System durchaus Geld zu verdienen gewesen.
Weiterführende LiteraturIch habe Erich Floreks Artikel in verschiedenen Boersenzeitschriften »gefressen« und bin froh, dass diese endlich gebunden vor mir liegen! Wer glaubt, dass MACD und Momentum das Nonplusultra der Charttechnik sind, der wird durch dieses Buch sehr unsanft auf den Boden der Boersenwahrheiten zurückgeholt! Sicher eines der wichtigsten Boersenbücher zum Thema Charttechnik der jüngsten Vergangenheit! |
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