Parabolic SAR (Stop And Reverse)

Ein fast komplettes Handelssystem


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Der Parabolic SAR (Stop And Reverse) von Welles Wilder ist prinzipiell ein fast vollständiges Handelssystem. Der Indikator zeigt nicht nur an, ob sich der beobachtete Titel in einem Auf- oder Abwärtstrend befindet sondern es wird gleichzeitig auch noch ein Stop-Loss nachgezogen.


 Bei Wallstreet-Online findet man zum Parabolic SAR:
Der Indikator Parabolic SAR (Stop And Reverse) wurde von Welles Wilder entwickelt in der Absicht, einen Indikator zu erstellen, der sowohl als Signalgeber für den Kauf und Verkauf, wie auch als Risikokontrolle für eröffnete Positionen dienen sollte. Heraus kam dieser Trendfolgeindikator, der als Umkehrsystem jeweils zwischen einer Long- oder Shortposition wechselt. In trendstarken Phasen liefert der Parabolic SAR in aller Regel gute Signale, in trendschwachen Phasen jedoch entstehen Fehlsignale.

Grundüberlegung

Die Berechnung berücksichtigt die allgemeine Regel, dass das Stop-Loss zu Beginn des Engagements weiter gefasst sein sollte und später möglichst nah am Kurs den aufgelaufenen Gewinn sichern muß. Die Berechnung selbst will ich hier nicht im Detail formulieren, grundsätzlich ist das System aber so aufgebaut, dass sich der Indikator (d.h. das Stop-Loss) im gültigen Trend mit jedem neuen Hoch (im Aufwärtstrend) bzw. Tief (im Abwärtstrend) dem aktuellen Kurs annähert bis der Titel durch dieses so gewonnene Stop-Loss ausgestoppt und in eine Gegenposition gedreht wird. Nun wird ein neues, weitgefasstes Stop-Loss erzeugt und erneut nachgezogen.
DAX mit Parabolic SAR
DAX mit Parabolic SAR
Im ChartLexikon kann man sehr gut erkennen, wie der Parabolic SAR um die Kurse herum pendelt bzw. die Positionen gedreht werden. Der Parabolic SAR funktioniert ausgezeichnet bei starken Trendbewegungen! Am Anfang der Bewegung ist das Stop-Loss relativ weit gefasst, so daß kleine Gegenbewegungen nicht sofort das Engagement gefährden. Mit längerer Dauer nähert sich der Indikator mehr und mehr dem Kurs an, d.h. die aufgelaufenen Gewinne werden eng abgesichert.

Da der Parabolic SAR prinzipiell trendfolgend angelegt ist, hat das System die üblichen Probleme jedes Trendfolgesystems in Seitwärtsbewegungen. Hier folgen viele Positionswechsel in kurzen Abständen und neben vielen kleinen Verlusten dürften die Gebühren zu einem ernsthaften Problem werden.
SAP mit Parabolic SAR
SAP mit Parabolic SAR
Um den Parabolic SAR erfolgreich einsetzen zu können sollte man über einen Filter für die generierten Signale nachdenken. Da der Indikator prinzipiell sehr viele Signale erzeugt ist es wohl besser, das eine oder andere fragwürdige Signal zu ignorieren.

Mögliche Ansätze für einen Filter:
  • Verwendung von Wochencharts. Da Kursbewegungen auf Tagesbasis tendenziell etwas zufälliger sind als Bewegungen auf längeren Zeitebenen und sich auf längeren Zeitebenen eher nutzbare Trends entstehen, wirkt ein Wochenchart gewissermaßen als Filter
  • Berücksichtigung eines Trendstärkeindikators. Da Seitwärtsbewegungen für einen Trendfolgeindikator Gift sind, kann man über einen Trendstärkeindikator wie den RAVILexikon oder ADXLexikon die Stärke des vorliegenden Trends als Filter verwenden. Denkbar ist die Suche nach AktienLexikon mit sehr hoher Trendstärke um nach einer kurzen Korrektur das nächste Signal in Richtung des signifikanten Trends zu nutzen.
  • Ein weiterer Ansatz ist der Versuch, bei Titeln mit aktuell auffällig niedriger Volatilität den Beginn eines neuen Trends zu erwischen. Über die Bollinger-BänderLexikon kann man z.B. feststellen ob im Titel eine auffällig niedrige Volatilität festgestellt wird (oder gerade eben wurde!) Daraus kann man ableiten, dass eine starke Trendbewegung überfällig ist. Diese sollte man dann mit dem Signal laut Parabolic SAR mitnehmen.
Ich denke, dass der Parabolic SAR hochinteressante Signale erzeugen kann und durch das nachgezogene Stop-Loss durchaus ein eigenes Handelssystem darstellt. Ich halte es aber für sinnvoll, die Signale zusätzlich zu filtern um in Seitwärtsbewegungen nicht viele kleine Verluste in Folge zu erleiden.
Letzte Überarbeitung der Seite: 03.09.2017


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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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