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Der Momentum - Indikator
Indikator der ersten Stunde
Der Momentum - Indikator: einer der ersten technischen Indikatoren

Das Momentum ist ein wesentlicher Oszillator in der Chartanalyse und kann speziell bei der Zyklusanalyse eines Charts von Bedeutung sein. Mathematisch gesehen stellt dieser Oszillator eine Preisänderung in Bezug zu einer vorher festgelegten Zeitperiode grafisch dar. Dabei wird durch den Betrag und die Lage des Indikators die Geschwindigkeit und Richtung eines Trends ermittelt. Die deutlich sichtbaren Wendepunkte des Oszillators können als Indikatoren das Nachlassen der Trendintensität signalisieren oder bei extremen Ausschlägen gar auf eine Trendänderung hindeuten. Anhand dieser Signale kann ein Spekulant seine Entscheidungen verbessern, indem er ihn zusätzlich zu [Trendfolgenden Indikatoren] benutzt um klarere Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkte für Wertpapiere abzuleiten. Eine prozentuale Beurteilung des Momentums wird durch den Rate of Change (ROC) Oszillator ermöglicht.
Im Gegensatz zu einem echten Oszillator im Sinne der technischen Analyse gibt es im Momentum (theoretisch) keinen fest eingegrenzten Wertebereich.
Bewegt sich der Momentum-Indikator oberhalb der 100%-Linie, gab es im eingestellten Zeitraum eine Kurssteigerung, im Bereich unter der 100%-Linie Kursverluste. Je weiter der Kurs sich von der 100%-Linie entfernt, desto stärker ist der Kursgewinn/ Kursverlust und damit im allgemeinen auch die Trendstärke, so die Theorie.
Interessant ist der Indikator deswegen, weil er es schafft ein wenig in die Zukunft zu sehen und so bilden sich Trendwenden im Indikator nicht selten vor der Trendwende in den Kursen aus. Das »Momentum« ist vergleichbar mit der Geschwindigkeit einer senkrecht nach oben geschossenen Kanonenkugel an, die zunächst recht schnell fliegt, dann »vorausschauend« langsamer und langsamer wird, bis der Hochpunkt erreicht ist und die Kanonenkugel wieder beschleunigend zurück zur Erde fällt. Ähnlich verhalten sich Kurse und Momentum vor der Trendwende.
Die Berechnung des Indikators
Momentum = Close(heute) / Close(vor n-Tagen) * 100
Die Signale des Momentum - Indikators
Für das Momentum wird im allgemeinen eine Einstellung von 12 - 20 Tagen für kurzfristige Entwicklungen vorgeschlagen. Das Momentum mit einer 14-Tage-Periode ist wohl am verbreitesten.
- Die Literatur spricht von einer intakten Aufwärtsbewegung, wenn sich das Momentum stetig oberhalb der 100%-Linie bewegt
- Unterhalb der 100%-Linie gilt umgekehrt die Abwärtsbewegung als bestätigt
- In beiden genannten Fällen ist das Erreichen einer Extremposition ein Warnsignal! Leider bleibt es dem Analysten überlassen, diese Extremposition zu definieren, da kein fester Wertebereich festgelegt ist
- Sehr gute Hinweise liefern Divergenzen zwischen Indikatorlinie und Kursbewegung. Hier läuft der Indikator den Kursen voraus
- In den USA wird das Durchstossen der 100%-Linie als Kauf-/ Verkaufsignal verwendet. Diese Signalgebung empfinde ich als sehr fragwürdig

Der Durchbruch durch die 100%-Linie
Im Schaubild oben erkennt man, dass das Momentum teilweise gute Signale liefern kann. Leider gibt es natürlich auch im Momentum Fehlsignale. Das Kaufsignal um den 11. April herum kam z.B. sehr unglücklich, ebenso das Verkaufsignal Mitte Mai.

Konvergenzen / Divergenzen im Momentum - Indikator
Als wichtiges Warnsignal bieten sich Konstellationen an, in denen der Kurs und der Indikator in gegensätzliche Richtung laufen. Oben im Chart sieht man zunächst, wie sich eine Divergenz aufbaut. Der DOW bildet in den Punkten (1) und (2) neue Höchstkurse aus. Diese werden von sinkenden Ständen im Indikator begleitet. Diese bearishe Divergenz ist ein deutliches Warnsignal. Der Einbruch erfolgt umgehend und in den Punkten (2) und (3) bildet sich eine bearishe Konvergenz aus.
Die Punkte (4) bis (6) bilden nun mit steigenden Tiefstkursen im DOW und dem konvergenten Momentum einen Boden aus, der Trend dreht.
Man sollte unbedingt die Länge der Periode des Momentums den eigenen Tradinggewohnheiten anpassen. Relativ lange Einstellungen glätten den Indikator und bilden dann auch saubere Divergenzen aus. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mehrere Varianten unterschiedlicher Periodenlängen übereinander zu legen und hierdurch Filter zu generieren.
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