Der MACD-Indikator in der Praxis

Kein komplettes Handelssystem


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Der MACD-Indikator ist einer der bekanntesten Indikatoren Lexikon der technischen Analyse von Indices, Aktien Lexikon und Devisen Lexikon. Nahezu jeder Chartanalyst verwendet den Moving Average Convergence / Divergence - Indikator in seinen Charts, den wenigsten Neueinsteigern ist aber bewusst, dass ein Handelssystem, das ausschließlich auf dem Standard-MACD basiert, das Konto zwangsläufig ruiniert. Der Artikel will die Pro´s und Contra´s des MACD-Indikator näher beleuchten.



 In der Wikipedia fand man 2006 zum MACD folgendes:

Der MACD (Moving Average Convergence/Divergence)-Indikator ist als Trendfolger ein Instrument der Technischen Analyse. Der Indikator wurde 1979 von Gerald Appel vorgestellt und kommt wegen seiner Vielseitigkeit häufig zum Einsatz. Der MACD berechnet sich aus der Differenz zweier exponentiell gleitender Durchschnitte. Für die Analyse wird er meistens in Verbindung mit einer Signallinie (Trigger) eingesetzt.

Beim MACD-Indikator handelt es sich im Prinzip um einen speziellen TBI Lexikon (Trendbestätigungs- Indikator) mit einer festen Einstellung von 12- und 26-Tagen für die Gleitenden Durchschnittslinien (»GDL«) und einer gleitenden 9-Tage »Trigger«-Linie. Der MACD wurde bereits 1979 »erfunden«, und gilt heute noch, fälschlicherweise, in seiner Standardinterpretation von Gerald Appel für viele Trader als einer der erfolgreichsten Kurzfrist-Indikatoren der technischen Chartanalyse Lexikon. In seiner ursprünglichen Form und Anwendung hat der MACD-Indikator jedoch deutliche Schwächen.

Die in der Literatur genannten Signale

Da der MACD einer der ältesten Indikatoren Lexikon überhaupt ist, gibt es eine Fülle von Anwendungsregeln für diesen Indikator. Manche dieser Regeln sind lange überliefert, aber trotzdem wenig erfolgreich, andere neuere Regeln haben sich im Laufe der Zeit aber bewährt.

  • Überschreitet der Indikator seine Signallinie (»Trigger«) ist dies ein Kaufsignal
  • Unterschreitet der Indikator die Signallinie gilt dies als Verkaufssignal
  • Divergenzen deuten auf Trendwechsel der Aktie hin
  • Der MACD sollte nur bei starken Trendbewegungen verwendet werden
  • Das Histogramm des MACD gibt an, wie weit sich der Indikator von der Triggerlinie entfernt hat und hilft damit bei der Bestimmung der Signifikanz
  • Interessant sind meiner Meinung nach nur längerfristige Trends im MACD



Chart: DAX- Index mit MACD - Indikator
Chart: DAX- Index mit MACD - Indikator
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Im Chart Lexikon des DAX Lexikon - Index Lexikon oben werden die Vor- und Nachteile des klassischen MACD deutlich. Der MACD-Indikator liefert bei starken Trends ordentliche Trendumkehr- und Trendbestätigungssignale (Anfang September 2000, Ende Oktober 2000.) Sehr häufig kommen Signale aber auch zu spät (Juli 2000, August 2000) oder es treten Zonen mit einer gewissen Unsicherheit auf (graue Flächen), in denen Signale zu früh kommen.


Chart: klassisches MACD - Handelssystem
Chart: klassisches MACD - Handelssystem
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Der Chart Lexikon oben zeigt einen Systemtest des klassischen »Handelssystems«: kaufen, wenn der Indikator seinen Trigger übersteigt, verkaufen wenn der MACD den Trigger unterschreitet. Die obere Linie zeigt die Performance eines Aktien-Musterdepots, das auf diesem Tradingsystem aufbaut. Noch schlimmer: dieses Handelssystem wurde sogar hinsichtlich der Parameter, und damit der Performance, optimiert und das Musterdepot Lexikon zeigt trotzdem eine negative Performance, während sich der DAX- Index Lexikon in dieser Zeit verdoppelte!


Chart: klassisches MACD - Handelssystem
Chart: klassisches MACD - Handelssystem
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Etwas besser als die übliche Verwendung des MACD ist die Signalgebung durch das MACD- Histogramm. Das MACD-Histogramm zeigt den Abstand zwischen MACD und seiner Triggerlinie an. Das Signal des Handelssystems erfolgt durch eine Verringerung des Abstandes zwischen MACD und Triggerlinie. Dies wird durch die grünen und roten Balken im MACD-Chart angezeigt. Hat ein grüner »Hügel« seinen Hochpunkt überschritten erfolgt ein Verkaufssignal, hat ein rotes »Tal« seinen tiefsten Punkt verlassen, erfolgt ein Kaufsignal. Im oberen Chart Lexikon habe ich als weiteren Filter zwei schwarze Linien angelegt, die festlegen, welchen Schwellwert ein Histogramm- »Hügel« bzw. ein »Tal« überschritten haben sollte, um als Signal zu dienen. Die Signale kommen etwas früher und sind etwas weniger anfällig wie beim herkömmlichen MACD.


Chart: klassisches MACD - Handelssystem
Chart: klassisches MACD - Handelssystem
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Interessant für den Trader sind Divergenzen und Konvergenzen zwischen dem MACD und dem betrachteten Wertpapier Lexikon oder Index Lexikon. Divergenzen und Konvergenzen liefern zwar keinen konkreten Handelssignale, bestätigen aber Trends bzw. warnen vor Trendbrüchen. Zwischen Juli und September baute sich eine »bearishe« Divergenz zwischen den zumindest gleich hohen Tops im DAX- Index Lexikon und den sinkenden Tops im MACD auf. Die Bottoms im DAX- Index Lexikon stiegen zusammen mit den Bottoms im MACD an. Mit dem Bruch dieser Aufwärtslinie ergab sich dann ein gutes Ausstiegssignal.

Ab November ergibt sich eine »bearishe« Konvergenz aus den fallenden Tops im DAX- Index Lexikon und den fallenden Tops im Indikator. Ein Anstieg des MACD über -35 (altes Top Mitte Dezember) könnte ein gutes Einstiegssignal werden.


Chart: Trendlinien am MACD
Chart: Trendlinien am MACD
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Trendlinien am MACD-Indikator sind für längerfristige Börsen-Spekulanten ein gutes Hilfsmittel. Im September ergab sich aus dem Bruch des Aufwärtstrends im MACD ein sehr gutes Verkaufssignal. Das Einstiegssignal im Oktober war ebenfalls relativ nahe am Tiefpunkt. Das eigentliche Verkaufssignal im November kam relativ spät, galt aber als Bestätigung des Verkaufssignales aus dem MACD-Histogramm.

Das Problem bei den Trendlinien ist natürlich, dass im Nachhinein alles schön logisch und klar aussieht. Trendlinien sind aber leider nun mal subjektive Angelegenheiten. Glücklich kann sich schätzen, wer auch über Indikatoren Lexikon mathematisch objektive Trendkanäle legen kann (MetaStock ist hier z.B. vorbildlich!)


Chart: Handelssystem: MACD und ADX-Kombination
Chart: Handelssystem: MACD und ADX-Kombination
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Zuletzt noch ein »Handelssystem« aus einer Kombination aus MACD und ADX Lexikon. Wie jeder Trendfolger ist der MACD in Seitwärtsbewegungen überfordert und fehleranfällig. Als Filter bietet sich z.B. der einfache ADX Lexikon an. Als Handelssystem-Regel für Aktien Lexikon mag z.B. gelten: bei einem ADX Lexikon über 30 werden Signale des MACD beachtet, bei einem ADX Lexikon unter 30 sind Signale zu ignorieren oder durch Signale aus einem Oszillator (z.B. dem Stochastics) zu verwenden. Im Beispiel oben werden nur die vier Signale beachtet, die bei einem ADX Lexikon > 30 auftreten. Diese Signale bringen sogar ohne geeignetere Stop-Strategien Gewinne. In den Seitwärtsbewegungen (graue Flächen) werden die Signale des Indikators ignoriert.

Fazit:

Die Standardregeln des MACD sind für den Trader absolut nicht ausreichend um sinnvoll danach Aktien Lexikon zu handeln. Mit einer Ausweitung des Regelwerkes (Histogramm, Trendlinien, Konvergenzen/ Divergenzen) bzw. der Filterung durch andere (Trendstärke-) Indikatoren Lexikon kann aber auch ein alter Indikator wie der MACD noch sinnvoll in einem Handelssystem verwendet werden, zumal dieser Indikator auch noch durch seine weite Verbreitung sehr stark beachtet wird.

Mathematische Berechnung des MACD-Indikators

Bei der Berechnung des MACD müssen zunächst zwei exponentielle Durchschnittslinien (engl: exponential moving average oder kurz »EMA«) berechnet werden. Diese exponentiellen Durchschnittslinien unterscheiden sich von »normalen« gleitenden Durchschnittslinien durch die stärkere Gewichtung der jüngeren Kurse. Für die Berechnung wird zunächst ein Gewichtungsfaktor festgelegt.

Gewichtungsfaktor bei einem exponentiell gewichteten, gleitenden Durchschnitt

Der Gewichtungsfaktor errechnet sich, in dem man zu dem zu rechnenden Zeitraum n eine Zeiteinheit (z.B. einen Tag, eine Woche) addiert (n+1) und 2 durch dieses Ergebnis dividiert. Für den MACD werden üblicherweise zunächst zwei exponentielle Durchschnittslinien mit 12 und 26 Tagen errechnet. Die Faktoren wären also 2/13 (≈0,1538) und 2/27 (≈0,0741).

Die Formel für einen exponentiellen, gleitenden Durchschnitt sieht vielleicht auf den ersten Blick kompliziert aus, eigentlich ist sie das aber nicht:

Mathematische Formel für einen exponentiell gewichteten, gleitenden Durchschnitt

Als »erster Kurs« (als quasi EMA t-1) der Formel kann entweder der erste verfügbare Schlusskurs C genommen werden oder man errechnet über die ersten n Kurse einen »normalen« Durchschnitt und startet dann am Folgetag mit diesem Startwert.
Ansonsten wird einfach vom jüngsten Schlusskurs der exponentielle, gleitende Durchschnitt des Vortags abgezogen, das Ergebnis mit dem Faktor multipliziert und das Ergebnis zum exponentiellen, gleitende Durchschnitt des Vortags addiert:

Mathematische Formel des MACD-Indikators

Die klassische Signallinie (oder Triggerlinie) erhält man, in dem man einen 9-Tage-EMA über den MACD rechnet:

Mathematische Formel für die Signallinie des MACD




Weiterführende Links:

Weiterführende Links in der Wikipedia


FAQ

Frage: Funktioniert der MACD in längerfristigen Zeiträumen besser?

Antwort: Ich habe den Eindruck, als würde der MACD-Indikator umso besser funktionieren, je länger die Zeiteinstellung im Chart ist. Bei einem Chart auf Minutenbasis kommen, wie ich finde, recht viele Fehlsignale zustande, bei einem Chart auf Wochenbasis finde ich den MACD-Indikator recht zuverlässig.

Älteste bekannte Version der Seite: 04.10.1999
Letzte Überarbeitung der Seite: 28.10.2017




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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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