Double Smoothed Stochastic

DSS nach Bressert, MetaStock-Code, Bressert, Blau


Der Double Smoothed Stochastic

Der Double Smoothed Stochastic

Der »Double Smoothed Stochastic« - Indikator existiert in mehreren Versionen. Die beiden bekanntesten Varianten des DSS gehen auf die Autoren Walter Bressert bzw. William Blau zurück.




 Börse Online schreibt folgendes zum Double Smoothed Stochastic:

Der DSS (Double Smoothed Stochastics) ist ein Oszillator, bei dem es sich um eine exponentiell geglättete Weiterentwicklung des ursprünglichen Stochastik-Indikators handelt, die von William Blau und Walter Bressert in zwei leicht unterschiedlichen Versionen kurz nacheinander vorgestellt wurde. boerse-online.de verwendet überwiegend den DSS von Bressert. Die Vorteile gegenüber dem klassischen Stochastik-Indikator liegen in der Schnelligkeit bei der Reaktion auf Kursveränderungen bei einem trotzdem sehr gleichmäßigen Verlaufsmuster. Des weiteren werden die Extremzonen am jeweils anderen Ende der Skala selbst in starken Trendphasen ziemlich oft erreicht, wodurch sich viele trendkonforme Signale ergeben (hilfreich z.B. zur Lokalisierung von Zwischentiefs innerhalb eines intakten Aufwärtstrends - diese können dann zum nachträglichen Einstieg oder zum Aufstocken von Positionen verwendet werden). Der Indikator lässt sich als Bruch berechnen: Im Zähler steht die Differenz zwischen dem aktuellen Schlusskurs und dem Periodentiefstkurs (Standardeinstellung: 10 Perioden, also Tage, Wochen oder Monate). Im Nenner steht die Differenz zwischen Periodenhoch und Periodentief. Von diesem Quotienten wird ein exponentieller Durchschnitt gebildet (der Unterschied zu einem einfachen Durchschnitt ist, dass die aktuellen Werte höher gewichtet werden als die länger zurückliegenden). Aus den Werten, die dabei herauskommen, wird eine Zeitreihe gebildet, die erneut dem gleichen Berechungsvorgang unterworfen wird. Das Ergebnis wird dann graphisch dargestellt.

Der Indikator

Wie der eigentliche Stochastic auch, handelt es sich bei diesem technischen Indikator um einen Oszillator, der sich in einem Wertebereich von 0% bis 100% bewegt und entsprechend überkaufte und überverkaufte Situationen anzeigt.

Die von mir verwendete Spielart (Bressert) verwendet den folgenden MetaStock-Code:
    slw:=5;
pds:=8;
ratio:=(MOV(C,5,E) / MOV(C,20,E));
divi:=HHV(ratio,pds) - LLV(ratio,pds);
a:=MOV((ratio-LLV(ratio,pds))/(divi),slw,E)*100;
divi:=(HHV(a,pds)-LLV(a,pds));
divi:=IF(divi=0,1,divi);
dss:=MOV((a-LLV(a,pds))/divi,slw,E)*100;
dss;


Parameter

Die einstellbaren Parameter des Double Smoothed Stochastic Indikators sind slw (»slowing« bzw. Verzögerung) und pds (»periods« bzw. Zeiteinheiten). Wie man am MetaStock-Code sehen kann verwende ich für »slowing« einen Wert von fünf und für »periods« einen Wert von acht.


Der »Double Smoothed Stochastic«
Der »Double Smoothed Stochastic«
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Positive Eigenschaften des Indikators

Der »Double Smoothed Stochastic« hat mit den von mir verwendeten Parametern einige sehr positive Eigenschaften:
  • der Wertebereich ist, wie bei einem Oszillator üblich, fest begrenzt
  • die Extrema werden zielstrebig und schnell angesteuert
  • der Wertebereich wird nahezu immer voll ausgenutzt
  • Die Indikatorlinie selbst ist stark geglättet und dadurch weniger hektisch
  • Signale kommen trotz Glättung in der Regel frühzeitig bzw. zeitnah


Durch diese Eigenschaften ist die Aussage des Indikators eigentlich immer klar abzulesen, es bedarf wenig Interpretationsarbeit durch den Analysten.

Signale des Double Smoothed Stochastic

Folgende Signale beachte ich im Rahmen der Analyse:
  • Ein neues Kaufsignal ist gegeben, wenn der »Double Smoothed Stochastic« unter 20% liegt und gegenüber der vorherigen Zeiteinheit steigt
  • Long ist man laut DSS generell, wenn der DSS gegenüber seinem vorherigen Wert steigt
  • Ein neues Verkaufssignal ist gegeben, wenn der DSS über 80% liegt und gegenüber der vorherigen Zeiteinheit fällt
  • Short ist man laut DSS generell, wenn der DSS gegenüber seinem vorherigen Wert fällt


MetaStock-Code

Folgender MetaStock-Code kann z.B. im MetaStock-Experten verwendet werden:
    k1:=IF(dss < 20 AND dss > REF(dss,-1),1,0);
k2:=IF(dss > REF(dss,-1),+.5,0);
v1:=IF(dss > 80 AND dss < REF(dss,-1),-1,0);
v2:=IF(dss < REF(dss,-1),-.5,0);


Es gelten folgende Signale für den Indikator
    Kaufsignal: k1 = 1
Long: k2 = 0.5
Verkaufssignal: v1 = -1
Short Lexikon: v2 = -0.5



Kaufsignale und Verkaufsignale laut DSS
Kaufsignale und Verkaufsignale laut DSS
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Auch wenn der »Double Smoothed Stochastic« auf den ersten Blick sehr gute Ergebnisse liefern mag: man wird auch hier vermutlich scheitern, wenn man versucht, aus einem einzelnen Indikator ein brauchbares Handelssystem zu generieren. Zwar liefert der DSS für einen Oszillator untypisch gute Signale in einem Trendmarkt, Fehlsignale bleiben aber natürlich nicht aus und oft werden Buchgewinne wieder zu Loosern, weil das Gegensignal zu lange auf sich warten läßt.


Erfolg der Signale im DSS
Erfolg der Signale im DSS
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Signale des Double Smoothed Stochastic

Oben im Chart Lexikon kann man erkennen, was von den optisch eigentlich ganz ansprechenden Signalen laut dem zweiten Chart Lexikon im Endeffekt an nutzbarer Spanne übrig blieb:
  • das erste Verkaufssignal (Phase -1-) und das erste Kaufsignal (Phase -2-) waren jeweils recht ordentlich, die genutzte Spanne nahezu optimal
  • das zweite Verkaufssignal war nahezu optimal (Phase -3-), leider wurden am Boden fast 100 Punkte verschenkt und fast exakt auf dem Zwischenhoch wurde die Short-Position geschlossen und gekauft
  • Die Long-Position in Phase -4- kam 100 Punkte zu früh und wurde über 50 Punkte zu spät wieder geschlossen
  • Auch das nächste Verkaufssignal entwickelte sich zu einem failure, da sich die Kurse recht schnell wieder nach oben entwickelten


Weiterentwicklung

Wie könnte man also versuchen, den »Double Smoothed Stochastic« in ein funktionierendes Tradingsystem zu verwandeln?
  • Man stellt auf Wochenbasis fest, ob sich ein Trend gebildet hat (z.B. über einen einfachen mittelfristigen GDL)
  • nun verwendet man laut Chart Lexikon auf Tagesbasis nur die Signale des Indikators, die in Richtung des übergeordneten Trends laufen. Hierbei dienen die Signale z.B. als Kaufsignal und später als Reentry bzw. zum Pyramidisieren
  • das Stop-Loss Lexikon muss gesondert berechnet und nachgezogen werden


Älteste bekannte Version der Seite: 04.10.1999
Letzte Überarbeitung der Seite: 17.10.2017




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