AROON - Indikator (technische Analyse)

AROON Up und AROON Down von Tushar S. Chande


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Der AROON wurde durch Tushar Chande 1995 entwickelt. Das System sollte ursprünglich benutzt werden, um festzustellen, ob eine Aktie/ Index Lexikon sich in einem Seitwärtstrend befindet bzw. wie stark der aktuelle Trend ist.




 Folgende Information zum AROON fand man vor Jahren bei Börse Online:

Der AROON besteht aus zwei Linien: Die AROON-Up-Linie misst die Tage, die seit dem letzten Hoch des Kurses vergangen sind, die AROON-Down-Line die Tage seit dem letzten Tief. Die Linien bewegen sich in einer Skala zwischen 0 und 100. Kommt es zum Beispiel zu einem neuen 14-Tageshoch, würde der 14er-AROON-Up den Wert 100 annehmen (der AROON-Down bei einem 14-Tagestief). Der AROON kann ähnlich dem ADX zu einer Identifikation bzw. Unterscheidung von Trend- oder Seitwärtsphasen eingesetzt werden. Notiert der AROON Up (Down) über der jeweils anderen Linie, signalisiert dies einen Aufwärtstrend (Abwärtstrend). Gleichzeitig muss sich die entsprechende Signallinie im oberen Extrembereich, der je nach Markt variiert (Standardeinstellung: 80), aufhalten. Befinden sich beide Linien im neutralen Bereich (unter 80), deutet dies auf eine Seitwärtsbewegung hin. Ein Überkreuzen der beiden Linien ist ein erstes Anzeichen für einen möglichen Trendwechsel. Je höher die jeweilige AROON-Linie notiert, desto kontinuierlicher verläuft ein Trend. Über die Trendstärke gibt der AROON im Gegensatz zum ADX keine Auskunft. Dafür zeigt er Trendwechsel schneller an.

»AROON« bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt: »erstes Licht der Dämmerung«. Dieser Name wurde von Chande gewählt, da der AROON entworfen wurde um den Anfang eines neuen Trends aufzudecken.

Der AROON besteht aus zwei Indikatorlinien: dem AROON-UP (grün) und AROON-DOWN (rot). Daneben gibt es noch den AROON-Oszillator, eine einzelne Indikator-Linie, die als Differenz zwischen AROON-UP und AROON-DOWN definiert ist. Da AROON-UP und AROON-DOWN zwischen 0 und +100 oszillieren, läuft der AROON-Oszillator von -100 bis +100 mit der Nulllinie als Signallinie.

Der AROON-UP wird errechnet, indem man während eines gegebenen Zeitabschnitts feststellt, wieviel Zeit (auf einer Prozentsatzgrundlage) zwischen dem Anfang des Zeitabschnitts und dem Punkt verging, an dem der höchste Schlußkurs während dieses Zeitabschnitts auftrat. Wenn die Aktie neue Periodenhöchststände erreicht, ist der AROON-UP also bei 100. Umgekehrt gilt, dass der AROON-DOWN bei 100 liegt, wenn die Aktie ein neues Periodentief erreicht.

Deutung der Indikatorstände: Chande gibt an, dass Werte über 75 eine starke Tendenz in die angezeigte Richtung anzeigen. Wenn der AROON-UP unter 75 abtaucht, zeigt dies an, dass die aktuelle Aufwärtstendenz das Aufwärts-Momentum verloren hat. Ähnliches gilt umgekehrt für einen AROON-DOWN, der unter 75 abtaucht: die aktuelle Abwärtstendenz verliert ihr Momentum Lexikon. Liegen AROON-UP und AROON-DOWN gleichzeitig unterhalb der Signallinie bei 75 deutet dies auf eine meist kurzfristige Seitwärtstendenz hin.

Berechnung des AROON


AROON Up
AROON Up
Kursdaten: Lenz + Partner AG


AROON Down
AROON Down
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Der AROON dient anders als das System aus DM+ und DM- (siehe DMI) zur Feststellung, ob und wie stark (zeitlich!) ein Trend ausgebildet ist. Durch die beiden Komponenten AROON-UP und AROON-DOWN ist der Indikator sehr leicht »lesbar« und verläuft zudem in sehr geordneten Bahnen ohne große Störbewegungen.


DAX mit AROON-Up und AROON-Down
DAX mit AROON-Up und AROON-Down
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Der AROON ist sehr leicht zu lesen und auszuwerten:
  • Zunächst wird eine Signallinie für den Indikator definiert. Ich persönlich verwende eine Signallinie bei 75 Punkten, in der Literatur werden häufig auch Linien bei 90 Punkten verwendet. Der Bereich über dieser Linie ist die sogenannte Signalzone. Eigentlich interessieren nur Indikatorstände in diesem Bereich.
  • Steigt eine der beiden Trendkomponenten in diese Signalzone an, gilt der neue Trend als bestätigt. Dies könnte durchaus als Handelssignal in die jeweils angezeigte Richtung interpretiert werden.
  • Fällt die Trendkomponente durch die Signallinie, ist dies zunächst ein Signal zur erhöhten Aufmerksamkeit. Es könnte Zeit sein, das Stop-Loss Lexikon für das Engagement zu überprüfen.
  • Befinden sich beide Trendkomponenten unterhalb der Signalzone, bewegt sich der Markt eher neutral.



Vergleich AROON mit dem System aus DM+ / DM-
Vergleich AROON mit dem System aus DM+ / DM-
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Der größte Unterschied zwischen dem AROON und dem DM+ / DM- liegt darin, dass der AROON KEINE Trendstärke im Sinne der Volatilität anzeigt, sondern eine Trendstärke im Sinne einer zeitlichen Komponente. Im Chart Lexikon oben erkennt man, dass das DM+ / DM- System sehr wohl eine Trendstärke anzeigt. Der Vorteil des AROON liegt nun darin, dass gerade bei mechanischen Handelssystemen mit klar definierten Signalwerten gearbeitet werden kann, während die Trendstärke durch andere Instrumente bestimmt wird. Durch den ruhigen Verlauf des AROON ist gleichzeitig ein Filter integriert.


Trendbestätigungssignale mit dem AROON
Trendbestätigungssignale mit dem AROON
Kursdaten: Lenz + Partner AG

Gut geeignet ist der AROON auch wegen seiner Fähigkeit, trendkonforme »reentry«- Signale abzugeben.

Es ist oftmals so, dass die signalgebende Komponente des AROON kurz unter die Signallinie bricht um kurze Zeit später wieder in den Signalbereich vorzudringen. Diese »reentry«-Signale können entweder für neue Engagements genutzt werden oder aber zum Halten des Engagements auffordern. Da diese »reentry«-Signale recht häufig vorkommen, sollte man deshalb auch den Bruch der Linie noch nicht zum Verkauf der eigenen Position nutzen, solange keine Überkreuzung mit der, dem Trend entgegen gerichteten Komponente erfolgt.

Noch eine Warnung am Schluß: der AROON isoliert betrachtet ist für Handelssysteme Lexikon ungeeignet. Er beinhaltet keine Trendstärkekomponente (im Sinne der Volatilität) und die Signale aus den Überkreuzungen kommen relativ spät und dürften einen Großteil des aufgelaufenen Gewinns wieder auffressen.

Älteste bekannte Version der Seite: 04.10.1999
Letzte Überarbeitung der Seite: 17.10.2017




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Autor: Claus A. Lampert (wenn nicht anders angegeben)
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