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Elliott Wellen Theorie
Das göttliche Prinzip in den Charts
Die Börse ist doch so einfach zu erklären!
Wer im folgenden eine vollständige Einführung oder objektive Wertung der Elliott- Wellen- Theorie von mir erwartet, wird enttäuscht werden. Ich habe Werner H. Heussingers »Elliott- Wave- Finanzmarktanalyse« von vorne bis hinten durchgearbeitet und die Regeln an Duzenden von Charts ausprobiert. Ich bin dann zum Schluß gekommen, dass ich nichts weiß und nichts verstanden habe. Wer sich also für diese Theorie interessiert, wird an der genannten Lektüre definitiv nicht vorbeikommen!

Die Elliott- Wellen- Theorie geht bei einem Kursverlauf im allgemeinen von einer fünfteiligen Aufwärtswelle (grün: 1 bis 5) und einer dreiteiligen Abwärtswelle (rot: A - C) aus. Die Zählung und Markierung der Wellen erfolgt jeweils am Ende der Bewegung. Wichtig bei dieser Betrachtung ist weiterhin, dass es sich bei diesen Wellenbewegungen um Fraktale handelt, d.h. auch die Welle 1 besteht wieder aus den Unterwellen 1´ - 5´ und A´ - C´, während die gesamte Formation 1 - 5 und A - C zum Beispiel eine übergeordnete Welle B darstellen könnte.

Die einzige Schwierigkeit bei der allgemeingültigen Elliott- Wellen- Theorie liegt jetzt in der Feststellung: in welcher Welle befinden wir uns denn gerade? Ist die Wellenzählung im Chart richtig? Ich habe über längere Zeiträume einen DAX- Chart verfolgt, in den die Elliott- Wellen von einer Software eingezeichnet worden waren: teilweise änderten sich sogar übergeordnete Wellen in der Rückschau dramatisch. In dieser Software war die Zählung in der Rückschau also immer perfekt. Die Aussagekraft für die Zukunft war hingegen etwas fraglich.
Die Wellen-Identifikation
Heussinger vermittelt uns in seinem Buch eine klare Anleitung, in welcher Art und Weise die Wellen zu identifizieren sind! Anhand einer Art Checkliste werden uns Erkennungsmerkmale für jede einzelne Welle vorgelegt. So darf z.B. in der Aufwärtsbewegung die Welle 3 niemals die kürzeste Welle verglichen mit den Wellen 1 und 5 sein. Oder: die Welle 4 darf niemals unter das Niveau der Welle 3 zurückfallen.
Für jede Welle sind so etwa ein Duzend verschiedene Regeln abzufragen und zu vergleichen. Tritt hierbei ein K.O.- Kriterium auf, kann man meist mit der Zählung von vorne beginnen.
Eine große Rolle bei der Elliott- Wellen- Theorie spielen die Fibonacci-Zahlen. Sehr häufig treten bei den Längenverhältnissen der verschiedenen Wellen diese bekannten Zahlen auf und dienen der Identifizierung. So weist die Welle 5 häufig ein Verhältnis von 61,8%, 100% oder 161,8% im Vergleich zur Welle 1 auf.
Laut den überzeugtesten Anhängern der Elliott- Wellen- Theorie ist diese Analysemethode für sich völlig ausreichend, um das Börsengeschehen vorherzusagen. Es handelt sich bei der Elliott- Wellen- Theorie also quasi um eine Art Naturgesetz dem die Börse unterliegt.
Ich muß zugeben, dass ich mit der Theorie so meine Probleme habe! Wird doch bei der Elliott- Theorie ein Grund für ein eventuelles Versagen gleich mitgeliefert:
Zitat W.H. Heussinger:
[...] so kann z.B. eine Korrekturbewegung auf einem Tageschart nur aus einer einzigen Welle bestehen, die aber dennoch eine in sich komplette Korrekturformation beinhaltet. In einem solchen Fall tritt eine Korrekturbewegung nicht sichtbar im Chart hervor. Das Muster ist dann auf der fraktal niedrigeren Ebene (z.B. in einem 15-Minutenchart) aufschlüsselbar bzw. genau identifizierbar oder es ergibt sich im Ausschlußverfahren [...] durch die Vielzahl an aussagekräftigen Muß- Regeln innerhalb der Elliott- Wave- Methode ein eindeutiges Resultat über die zu analysierende Marktbewegung.
Ich bleibe also der Elliott- Wellen- Theorie gegenüber sehr skeptisch und werde sie für meine Analysen auch in Zukunft nicht einsetzen. Ich bin für erleuchtende Hinweise zu diesem Thema jedoch sehr dankbar!
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