Die Mehrwertsteuer

Glossar


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Die MwSt ist für den deutschen Fiskus ein Segen, für jeden Konsumenten ein Fluch. Bereits 1968 wurde die Mehrwertsteuer in der heute noch gut bekannten Form zum ersten Mal erhoben. Damals galt der sogenannte Regelsteuersatz noch in Höhe von 10%, der ermäßigte Steuersatz war bei 5% angesiedelt.



Warum eigentlich überhaupt Mehrwertsteuer?

Die MwSt stammt ihrem Ursprung nach aus dem Umsatzsteuerrecht und wird immer dann fällig, hier dann zumeist Umsatzsteuer benannt, wenn Waren im Rahmen von Dienstleistungen oder Dienstleitungen für sich alleine, zu Verbrauchern gelangen. Der Mehrwertsteuersatz liegt aktuell bei 19 % und verteuert einerseits Waren und Dienstleistungen, bringt dem Fiskus jedoch jährliche Einnahmen von ca. 30% des Gesamtsteueraufkommens und ist somit die wichtigste Steuerform! Jeder Endverbraucher kann alle Beträge, also Brutto, Netto und die Steuer schnell mit einem MwSt Rechner berechnen.

Wann gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz?

Im Gegensatz zum Regelsteuersatz gibt es auch einen ermäßigten Steuersatz. Dieser wird beispielsweise in der Gastronomie und zwischenzeitlich auch in der Hotelerie zum Ansatz gebracht. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die vor noch nicht allzu langer Zeit unseligen politischen Debatten die, gerade wegen der Ermäßigung der Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe, geführt wurden.

Allerdings entzieht sich die Logik, der im Bereich der Mehrwertsteuer geltenden Ermäßigungen, teilweise komplett dem auch noch so verständigen Verbraucher. Denn stellvertretend für viele andere Ungereimtheiten sei hier lediglich der Umstand genannt, dass beispielsweise Hundefutter mit dem ermäßigten Steuersatz belegt wird, für Babywindeln jedoch die vollen 19% fällig werden. Wurde hier etwa der Umstand der Hinterlassenschaft welche naturgemäß bei Babywindeln anfällt zur Grundlage der Betrachtung, weil die Hundesteuer ja auch aus Gründen der Reinhaltung unserer Strassen und Gehwege erhoben wird?!?

Mehrwertsteuer gilt nur für »Inländer«.

Aber es gibt auch Ausnahmen die einigermaßen einleuchten und sogar eine wirtschaftsfördernde Wirkung haben.

Denn gerade in den Grenzgebieten zur Schweiz ist es in letzter Zeit, zum einen wegen der enormen Stärke des Franken gegenüber dem Euro, aber zum anderen auch wegen der Mehrwertsteuerbefreiung für Ausländer aus dem Nicht-Europäischen Raum, zu lebhaften Einkaufsaktivitäten gekommen. Die Schweizer bekommen die Mehrwertsteuer nämlich wieder zurückerstattet. Die Regularien hierzu sind den grenznahen Händlern aus ureigenem Interesse wohl bekannt und werden deshalb gerne erklärt.

Unseren Nachbarn geht es auch nicht besser, die Mehrwertsteuer in Österreich beträgt mit regulärem Satz 20% und mit reduziertem Satz immerhin noch 10%.

Als Fazit bleibt daher festzuhalten, dass die Mehrwertsteuer sicherlich ihre unbedingte Berechtigung hat und durch entsprechende finanzielle Leistungen des Staates, die ja dann trotzdem indirekt wieder an den Bürger zurückfließen, einen positiven Stellhebel des Steueraufkommens darstellt. Auch werden Unternehmen durch die Mehrwertsteuer, gerade weil sie im Umsatzsteuerrecht angesiedelt ist und somit im Rahmen des Vorsteuerabzugs wieder rückerstattet wird, nicht wettbewerbsmindernd belastet. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn durch mehr Logik und Transparenz, gerade im Bereich der ermäßigten Steuersätze, nachgebessert würde.


Dieser Artikel wurde von Jan Fragel für ChartTec.de erstellt.

Älteste bekannte Version der Seite: 19.06.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 23.08.2017




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