LEI: Legal Entity Identifier

Glossar


Im Zuge der ab dem 03.01.2018 geltenden Finanzmarktverordnung MiFID II sieht der Gesetzgeber vor, dass bei meldepflichtigen Wertpapiergeschäften gemäß der European Market Infrastructure Regulation (»EMIR«) eine eindeutige Identifikationskennung (gemäß Art. 26 MiFIR) für den Auftraggeber bzw. den Verfügungsberechtigten zwingend erforderlich ist.

In den gesetzlichen Vorgaben wird hinsichtlich der Identifikation des Auftraggebers zwischen juristischen Personen (z.B. Unternehmen oder Stiftungen) und natürlichen Personen unterschieden. Sämtliche Unternehmen sind mittels »Legal Entity Identifier« (»LEI«) zu identifizieren, bei natürlichen Personen erfolgt die Identifikation mit einer nationalen Kundenkennung (»National Identifier«, in Deutschland die CONCAT), die je nach Staatsangehörigkeit variiert.

Was ist der Legal Entity Identifier?

Ein Legal Entity Identifier (»LEI«) ist eine weltweit eindeutige Identifikationsnummer für Teilnehmer an den Finanzmärkten. Die LEI wurde bereits 2012 eingeführt. Als Teilnehmer an den Finanzmärkten gelten z.B. Banken, Broker Lexikon, Fonds Lexikon, Wertpapier- und Rohstoff-Händler, aber auch Unternehmen und Stiftungen. Überwacht wird die Vergabe über die »Global Legal Entity Identifier Foundation« (GLEIF) die für die Überwachung Datenqualität verantwortlich ist.

Technischer Aufbau des LEI-Code

Der eigentliche LEI-Code besteht aus einer Kennung mit zwanzig Stellen. Der Legal Entity Identifier ist weltweit/ global eindeutig, im Gegensatz zu einer IBAN enthält der LEI aber keine »sprechenden« Bestandteile wie eine Länderkennung (z.B. »DE«). Durch diesen Umstand ist es möglich, dass z.B. der Umzug eines Firmenstandortes nicht zu einer Änderung des LEI führen muss.
Die letzten beiden Stellen des Codes sind Prüfziffern, damit kann eine Falscheingabe nahezu ausgeschlossen werden.

Der technische Aufbau des Codes ist unter der ISO 17442:2012 »Financial Services – Legal Entity Identifier (LEI)« definiert.

Registrare in Deutschland

Für die Vergabe des LEI ist eine so genannte »Local Operating Unit« (»LOU«) in nationalem Rahmen verantwortlich. Nur über diese Anbieter ist eine Registrierung möglich. Diese »LOU« ist an den ersten vier Stellen der LEI zu erkennen. Die für Deutschland zuständigen LOU (leireg germany) haben folgende Kennungen:

Auf den Internetseiten der für die Registrierung zuständigen Stellen findet man auch weitere Informationen zum Ablauf der Beantragung (Anlage Benutzerkonto, benötigte Daten zum registrieren der LEI) und die entsprechenden Preise. Bei Fragen wenden Sie sich am besten direkt an einen der Registrare.

Weiterführende Links:

Transaktionsmeldungen nach Artikel 26 MiFIR
Informationen zur European Market Infrastructure Regulation (EMIR)
Informationen zur MIFID II in der Wikipedia


FAQ

Frage: Wie und wo kann ich in Deutschland eine LEI beantragen?

Antwort: In Deutschland gibt es derzeit vier Vergabestellen für den LEI-Code. Diese Vergabestellen bieten eine Online-Registrierung für die LEI an. Damit kann man bequem im Internet den Legal Entity Identifier beantragen. In der Regel ist es dazu nötig, bei den Vergabestellen ein Benutzerkonto zu registrieren.

FAQ

Frage: Was kostet eine LEI?

Antwort: Da die Vergabestellen in Konkurrenz zueinander stehen, ist die LEI zu unterschiedlichen Preisen zu haben. Ich habe, Stand Dezember 2017, Preise zwischen 49,- Euro und 85,- Euro für die Erstbeantragung und 59,- Euro bis 85,- Euro für Verlängerung in den Folgejahren recherchieren können. Informationen zur Registrierung und die anfallenden Preise findet man auf den Seiten der Registrare.

FAQ

Frage: Wer muss einen LEI beantragen?

Antwort: Jeder Teilnehmer, der am Finanzmarkt meldepflichtige Transaktionen (z.B. Käufe und Verkäufe tätigt) benötigt entweder eine LEI (für juristische Personen) oder einen National Identifier (natürliche Personen). Für Deutschland bedeutet das, dass alle Unternehmen, aber auch z.B. Stiftungen die Wertpapiere halten, eine LEI benötigen. Die Beantragung sollte rechtzeitig erfolgen, da sonst keine Transaktionen möglich sind.

FAQ

Frage: Welche Informationen werden zur Registration benötigt?

Antwort:
Folgende Angaben werden für die Registrierung benötigt:
- Firmenname
- Handelsregisterdaten und Handelsregisterauzug (wenn eingetragen)
- Adresse des juristischen Sitzes und die postalische Anschrift
- Ansprechpartner
- Bankverbindung

FAQ

Frage: Welche Daten werden über das LEI-Verzeichnis veröffentlicht?

Antwort:
Folgende Daten werden über das LEI-Verzeichnis veröffentlicht:
- Allgemeine Angaben (LEI Nummer, LOU, Status, Registerdaten)
- Adresse des juristischen Sitzes und tatsächlicher Firmensitz
- Datum Erstvergabe der LEI
- Datum der letzten Änderung

FAQ

Frage: Wo erhalte ich als natürliche Person die CONCAT ID?

Antwort: Natürliche Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit müssen keine CONCAT als National Identifier beantragen, da der depotführenden Bank die benötigten Legitimationsdaten bereits vorliegen. Auch die meisten natürlichen Personen mit anderen EU-Staatsbürgerschaften werden über CONCAT identifiziert. Sollte der depotführenden Bank die entsprechenden Daten nicht vorliegen wird diese sicherlich auf den Depotkunden zugehen.

Die CONCAT hat folgenden Aufbau:
- Länderkennzeichen gemäß ISO 3166-1
- Geburtsdatum im Format JJJMMTT
- die ersten fünf Buchstaben des Vornamens
- die ersten fünf Buchstaben des Nachnamens

Sind Vorname und/oder Nachname kürzer als fünf Zeichen wird mit # aufgefüllt. Umlaute werden abgekürzt(!) ersetzt.

Beispiel:
Bärbel Voß * 20.05.1957 ergibt die CONCAT
DE19570520BARBEVOS## (NICHT: DE19570520BAERBVOSS#)

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Letzte Überarbeitung der Seite: 21.12.2017




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