Ad-hoc-Mitteilungen (Börsenlexikon)

Glossar


Ad-hoc-Mitteilungen sind Unternehmensmeldungen, welche die Kursentwicklung einer Aktie beeinflussen können. Die Form einer solchen Unternehmensmeldung ist im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) festgelegt. Eine Ad-hoc-Mitteilung Lexikon muss sicherstellen, dass allen Marktteilnehmern zum gleichen Zeitpunkt Informationen über das Unternehmen zufließen, damit keine Möglichkeit besteht, dass ein Anleger bei seiner Anlageentscheidung übervorteilt wird. Eine Ad-hoc-Mitteilung Lexikon wird von dem betreffenden Unternehmen selbst veröffentlicht.

Ad-hoc-Mitteilungen sind in der EU in der Marktmissbrauchsverordnung (MMVO) normiert. Art. 17 Absatz 1 Unterabsatz 1 MMVO legt fest:
»(1) Emittenten geben der Öffentlichkeit Insiderinformationen, die unmittelbar den diesen Emittenten betreffen, so bald wie möglich bekannt.«

Verstoß gegen § 37b WpHG

  • (1) Unterlässt es der Emittent Lexikon von Finanzinstrumenten, die zum Handel an einer inländischen Börse Lexikon zugelassen sind, unverzüglich eine Insiderinformation zu veröffentlichen, die ihn unmittelbar betrifft, ist er einem Dritten zum Ersatz des durch die Unterlassung entstandenen Schadens verpflichtet, wenn der Dritte
       1. die Finanzinstrumente Lexikon nach der Unterlassung erwirbt und er bei Bekanntwerden der Insiderinformation noch Inhaber der Finanzinstrumente Lexikon ist oder
       2. die Finanzinstrumente Lexikon vor dem Entstehen der Insiderinformation erwirbt und nach der Unterlassung veräußert.
  • (2) Nach Absatz 1 kann nicht in Anspruch genommen werden, wer nachweist, dass die Unterlassung nicht auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruht.
  • (3) Der Anspruch nach Absatz 1 besteht nicht, wenn der Dritte die Insiderinformation im Falle des Absatzes 1 Nr. 1 bei dem Erwerb oder im Falle des Absatzes 1 Nr. 2 bei der Veräußerung kannte.
  • (4) Weitergehende Ansprüche, die nach Vorschriften des bürgerlichen Rechts auf Grund von Verträgen oder vorsätzlichen unerlaubten Handlungen erhoben werden können, bleiben unberührt.
    (5) Eine Vereinbarung, durch die Ansprüche des Emittenten gegen Vorstandsmitglieder wegen der Inanspruchnahme des Emittenten nach Absatz 1 im Voraus ermäßigt oder erlassen werden, ist unwirksam.


Verstoß gegen § 37c WpHG

  • (1) Veröffentlicht der Emittent Lexikon von Finanzinstrumenten, die zum Handel an einer inländischen Börse Lexikon zugelassen sind, in einer Mitteilung nach Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 eine unwahre Insiderinformation, die ihn unmittelbar betrifft, ist er einem Dritten zum Ersatz des Schadens verpflichtet, der dadurch entsteht, dass der Dritte auf die Richtigkeit der Insiderinformation vertraut, wenn der Dritte
       1. die Finanzinstrumente Lexikon nach der Veröffentlichung erwirbt und er bei dem Bekanntwerden der Unrichtigkeit der Insiderinformation noch Inhaber der Finanzinstrumente Lexikon ist oder
       2. die Finanzinstrumente Lexikon vor der Veröffentlichung erwirbt und vor dem Bekanntwerden der Unrichtigkeit der Insiderinformation veräußert.
  • (2) Nach Absatz 1 kann nicht in Anspruch genommen werden, wer nachweist, dass er die Unrichtigkeit der Insiderinformation nicht gekannt hat und die Unkenntnis nicht auf grober Fahrlässigkeit beruht.
  • (3) Der Anspruch nach Absatz 1 besteht nicht, wenn der Dritte die Unrichtigkeit der Insiderinformation im Falle des Absatzes 1 Nr. 1 bei dem Erwerb oder im Falle des Absatzes 1 Nr. 2 bei der Veräußerung kannte.
  • (4) Weitergehende Ansprüche, die nach Vorschriften des bürgerlichen Rechts auf Grund von Verträgen oder vorsätzlichen unerlaubten Handlungen erhoben werden können, bleiben unberührt.
  • (5) Eine Vereinbarung, durch die Ansprüche des Emittenten gegen Vorstandsmitglieder wegen der Inanspruchnahme des Emittenten nach Absatz 1 im Voraus ermäßigt oder erlassen werden, ist unwirksam.


Weiterführende Links:

Informationen zur Ad-hoc-Mitteilung in der Wikipedia

Älteste bekannte Version der Seite: 18.05.2012
Letzte Überarbeitung der Seite: 30.09.2017




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